Ist Sven van Beek der größte Pechvogel im europäischen Klubfußball?

Beekvogel

Kein Spieler der Eredivisie schoss so viele Tore gegen Feyenoord-Keeper Kenneth Vermeer wie Sven van Beek. Das Problem: Die beiden sind seit Jahren Teamkollegen.

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Sven van Beek brachte am Wochenende beim Spiel zwischen Feyenoord Rotterdam und dem FC Groningen den Gegner in der 26. Minute in Führung und stellte dabei mit seinem Eigentor gleich mehrere Rekorde auf. Mit insgesamt sechs Treffern in den eigenen Kasten bei 106 Einsätzen ist er Eigentorkönig der niederländischen Liga. Kein anderer Kollege hat so viele Tore für verschiedene Klubs erzielt und dabei immer nur das Trikot eines einzigen Vereins getragen, nämlich das des eigenen.

Sechs Eigentore in 106 Spielen sind eine vergleichsweise bemerkenswerte Bilanz. Nikolce Noveski, der von 2004 bis 2015 für den FSV Mainz auflief, führt mit ebenfalls sechs Eigentoren die entsprechende Rekordliste der Bundesliga an - allerdings nach 256 Einsätzen. Platz Zwei in der Bundesliga belegt Manfred Kaltz vom HSV. Von 1971 bis 1989 schoss er in 581 Spielen ebenfalls sechs Tore zugunsten der gegnerischen Teams. Und auf Niklas Süles Konto gehen immerhin schon vier Eigentore in 155 Bundesligaspielen, die er für die TSG Hoffenheim und den FC Bayern bestritt. Sven van Beek legt in Holland ein anderes Tempo vor.

»Ich finde es nicht zum Lachen«

Doch damit nicht genug: der Rotterdamer Innenverteidiger avanciert mit seinem sechsten Eigentor auch zu dem Eredivisie-Spieler, der Torwart und Teamkollegen Kenneth Vermeer am häufigsten überwand. Mit fünf Toren liegt er vor Eindhovens Stürmer-Star Luuk de Jong, durch den Vermeer vier Gegentore kassierte. Auf Twitter scherzen die Fans schon, dass Vermeer sich über die Stürmer der gegnerischen Teams nur zweimal in der Saison Sorgen machen müsse, vor van Beek aber müsse er das ganze Jahr über Angst haben. Die Verletzungspause van Beeks feierten die sozialen Medien als Glück für den Verein.

Van Beek selbst findet die kuriosen Rekorde nicht wirklich lustig: »Wir können darüber lachen«, sagte er nach dem Spiel, »aber ich finde es nicht zum Lachen«. Eine Aussage, die sich einem nicht wirklich erschließt. Scheint so, als steckt das sechste Eigentor noch zu sehr in den Knochen.