Ist Huntelaars Zeit vorbei?

Ohne Farfán kein Futter

Nachdem Jefferson Farfán Schalke im Juli 2015 in Richtung Abu Dhabi verließ, waren die Nahrungsquellen für den »Hunter« versiegt. In der langen Kette Schalker »Flankengötter«, von Abramczik über Anderbrügge bis Böhme, verlor der Verein nicht nur einen pfeilschnellen, sondern auch seinen letzten, an der Seitenauslinie klebenden Vorlagengeber - den kurz vor der gegnerischen Grundlinie nur eine Frage umtrieb: »Wo ist Huntelaar?« Eine Frage, die sich Farfáns Nachfolger immer seltener stellen sollten. 

Das ausgesprochene Vertrauen Weinzierls ließ Huntelaar aber sichtbar aufatmen, vor allem sein Fitnesszustand stimmte nach der Vorbereitung und er frohlockte: »Wir wollen unsere eigene Identität entwickeln. Mutig nach vorne und stabil in der Defensive stehen. Diese neue Spielweise kommt mir auch wieder mehr entgegen, um meine Qualitäten besser nutzen zu können. Ähnlich haben wir auch schon unter unserem früheren Trainer Ralf Rangnick gespielt und viel mehr Tore geschossen als unter anderen Trainern«. Wer dem »Hunter« allerdings das Futter bringen sollte, war völlig unklar.

Bentalebs tödliche Pässe

Max Meyer oder Eric Maxim Choupo-Moting suchen gerne den spielerischen Weg zum Tor und einen Schnittstellen suchenden »Zehner« gab es in Gelsenkirchen seit Lincoln nicht mehr. Das erklärt auch, warum das mehrmals durchgeführte 4-4-2-Experiment mit dem Doppelsturm Huntelaar und di Santo unter André Breitenreiter misslang. Die wenigen Häppchen von Außen musste der »Hunter« nun auch noch brüderlich teilen. In der laufenden Saison ließ ein Geniestreich Huntelaars Klasse kurz aufblitzen.

Nabil Bentalebs tödlichen Pass in den Rücken der Kölner Abwehr, vollstreckte Huntelaar eiskalt per Lupfer. Für Huntelaar könnte Bentaleb der wichtigste Mitspieler in den nächsten Wochen werden – wenn Weinzierl es denn dauerhaft zuließe. In Augsburg interpretierte Leon Goretzka die Zehner-Position glück- und mittellos und Nabil Bentaleb ergraute als defensiver Sechser, der Huntelaar nur aus sicherer Entfernung sah.