Ist Guardiola der taktische Vorreiter?

Torreich im Zweitsystem

Nach der WM wirkte es so, als würden die meisten Bundesliga-Trainer auf das klassische 4-2-3-1 oder 4-1-4-1 setzen – ganz in der Tradition von Weltmeister-Coach Jogi Löw. Doch nach und nach wagten die Trainer neue Variationen. Der Taktik-Rückblick auf die Hinrunde.

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WM-Müdigkeit ist eines der Buzzwörter dieser Bundesliga-Hinrunde. Es wurde gerne herangezogen, um die kleineren und größeren Formschwankungen von Spielern und Vereinen zu erklären. Der BVB steckt in einer Krise? WM-Müdigkeit! Mehr Bayern-Spieler verbringen ihren Nachmittag bei Vereinsarzt Müller-Wohlfarth als bei Guardiolas Training? WM-Müdigkeit! Christoph Kramer schießt ein Eigentor aus 30 Metern? WM-Müdigkeit!

Doch nicht nur bei den Bundesliga-Stars war eine gewisse Müdigkeit nach der WM zu spüren, auch unter Taktikanalysten machte sie sich breit. Was hat diese WM alles geboten für Liebhaber des Rasenschachs! Spaniens Tiki taka ging unter und grüßte auf dem Weg in die Abgründe die alte Dreierkette, die wie ein Phoenix aus der Asche emporstieg. Jede Nation kochte ihr eigenes Taktik-Süppchen, zig Formationen und taktische Varianten gab es zu bestaunen.

Das 4-2-3-1 bleibt König

Und dann begann der Bundesliga-Alltag. Zu Beginn der Saison hielt sich die Experimentierlaune bei den Bundesliga-Trainern in Grenzen. Joachim Löw hatte gerade erst mit einer Mischung aus 4-2-3-1 und 4-1-4-1 den Weltmeistertitel gewonnen; es gab keinerlei Grund, am Vorreiterstatus dieser Formationen zu rütteln.

So gab es allenfalls leichte Änderungen im Detail zu erkennen. Die Außenstürmer standen oft etwas tiefer und die Außenverteidiger hielten sich zurück, ganz in der Tradition der Nationalmannschaft, die bei der WM der „Viererkette mit vier Innenverteidigern“ zu Ruhm verhalf. Ohnehin erinnerte taktisch vieles an die Weltmeister-Strategie von Löw, angefangen vom hohen Pressing bis hin zu den vielen Mannorientierungen in der Defensive.

Guardiola geht voran, die Liga folgt

Innovationen gab es zum Bundesliga-Start nur an wenigen Orten zu bestaunen. Taktiktüftler Pep Guardiola ging mit seinen Bayern mal wieder voran und präsentierten einige ungewohnte Formationen – zugegeben, kein schweres Unterfangen, wenn man in einer Halbserie über zehn Varianten ausprobiert.

In Erinnerung blieb dabei vor allem die Dreierkette, die Guardiola zu Beginn der Saison spielen ließ. Guardiola schätzt vor allem die Möglichkeit, mehr Mittelfeldspieler ins Spiel zu bringen und auf einen Abwehrspieler zu verzichten. Zudem dürfen die Innenverteidiger bei Guardiola oft aufrücken und damit das Ballbesitzspiel in höhere Zonen tragen. Vor allem David Alaba füllte diese Rolle mit viel Leben.

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