Ist di Matteo der richtige Trainer?

Schalker Stillstand

Es fing so verheißungsvoll an, doch nun steckt Roberto di Matteo auf Schalke in einer echten Krise. Was läuft schief?

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Kein Verantwortlicher auf Schalke kann behaupten, er habe nicht gewusst, worauf er sich einlässt. Roberto di Matteo ist ein Mann mit einem eindeutigen Ruf. Seit Chelsea sich unter seiner Regie 2012 zum Champions-League-Titel mauerte, gilt di Matteo als Fachmann für die Defensive. Verteidigen, die Null halten, kompakt stehen – mit diesen klassischen Verteidiger-Vokabeln warf di Matteo auch bei seinem Amtsantritt auf Schalke um sich.

Es überrascht daher nicht sonderlich, dass Schalkes Problem momentan nicht die Defensive ist. Es ist die Offensive, die stottert. Es war ein schleichender Prozess, der Schalke an diesen Punkt führte. Das 0:2 gegen den 1. FC Köln am Sonntagabend war der Tiefpunkt dieser Entwicklung.

Die Fünferkette und ihre Probleme

Dabei fing alles so gut an. Di Matteo stabilisierte Schalke, das unter Jens Keller nie so recht die Balance zwischen Offensive und Defensive finden konnte. Di Matteos 5-3-2-System half dem Verein im Winter, regelmäßig zu punkten. Die Fünferkette war Garant für defensive Stabilität, im Zentrum stand Schalke mit sieben Spielern dicht gedrängt. Die Null konnte S04 somit meist halten, oft genügte das für einen dreckigen 1:0- oder 2:0-Sieg.

In der Rückrunde hatten hingegen viele Gegner die Taktik der Schalker entschlüsselt. Die meisten Bundesliga-Teams begannen, sich gegen Schalke zu verbarrikadieren. Statt Schalkes Mittelfeld zu attackieren ließ man sie gewähren. Die Gelsenkirchener hatten mit dem 5-3-2-System Probleme, den Übergang vom Konter- zum Ballbesitzteam zu vollziehen. Ein großes Problem innerhalb des Systems war die fehlende Präsenz auf den Flügeln.

Das neue System

Di Matteo beschloss daher vor einigen Wochen, das System zu wechseln. Schalke agiert mittlerweile in einem 4-2-3-1. Die Mannschaft hat nun wieder mehr Breite im Spiel, die Flügelstürmer halten ihre Positionen. Im Mittelfeld soll durch mehr Bewegung Schwung ins Spiel kommen. Roman Neustädter sichert für seine Mittelfeld-Kollegen ab, die nun verstärkt offensive Aufgaben übernehmen.