Islands Sieg gegen England war ein Statement für das Kollektiv

11 Freunde

11 Freunde müsst ihr sein. Oder zumindest 11 Isländer. Über einen Sieg, der für die Ideale dieses Sports unglaublich wichtig ist.

imago

Es hat ja schon einen Grund, warum dieses Magazin 11FREUNDE heißt. Benannt nach dem legendären Jugendroman von Sammy Drechsel, stehen Name und Magazin-Idee für ein Ideal, das im Profifußball eigentlich utopisch ist, vielleicht schon immer utopisch war. 11 Freunde (plus x), die zusammen ein Fußballspiel bei einer Europameisterschaft gewinnen – man müsste schon Blumenkränzeverteilend durch das Leben gehen, um wirklich daran zu glauben.

Eine Mannschaft, die spielt, als wären alle befreundet

Bestimmt sind auch die Isländer nicht alle miteinander befreundet. Aber im Achtelfinale gegen England gelang ihnen eine Leistung, die mehr als alle anderen Fußballspiele der vergangenen Jahre an die Ideale dieses Sports erinnerte. Daran, dass man nicht unbedingt nach dem Spiel zusammen in den Urlaub fahren muss. Aber in den 90 Minuten, in denen der Rasen zur Bühne der Weltöffentlichkeit wird, als eine Mannschaft aufzutreten hat, die genauso spielt, wie es 11 Freunde machen würden: voller Leidenschaft, voller Einsatzbereitschaft, aufopferungsvoll, niemals egoistisch – und getragen von einer positiven Stimmung, die letztlich viel wichtiger sein kann als große Namen und hohe Transferwerte.

Island hat genau das getan. Stand auf dem Rasen als Team, als harmonierende und funktionierende Gruppe. Vielleicht hat es sogar geholfen, dass diese Auswahl keine großen Individualspieler hat – Island war gegen England immer Island. England war gegen Island manchmal Harry Kane, ab und an Wayne Rooney, zwischendurch mal Raheem Sterling. England war keine Mannschaft, und ganz sicherlich keine Gruppe von 11 Freunden. Und dass England, obwohl vermutlich auf jeder Position die besseren Einzelspieler, dieses Spiel gegen Island verloren hat, war für den Sport von großer Bedeutung.