Irlands Superman Dick Redmond

»Ich bin 60 und fahre nach Frankreich«

Irlands Zeugwart Dick Redmond feierte die EM-Qualifikation im Supermankostüm, das Video ging viral. Für unsere aktelle Ausgabe erinnert er sich an die Nacht, in der Superman Ire wurde.

Nazario Graziano
Heft: #
170

Vorab: Wer sich fragt, ob die Muckis echt sind oder nur vom Kostüm kommen, dem sei gesagt: Natürlich sind die echt. Ich habe ein unglaubliches Sixpack, fast so wie der echte Superman. Nachdem das Video viral ging, in dem ich nach der Qualifikation zur EM im Supermankostüm durch die Kabine rannte, wurde ich immer wieder mal gefragt, warum eigentlich Superman. Schließlich sind wir von der Grünen Insel, The Green Lantern wäre also vielleicht passender gewesen. Letztlich ist die Wahl des Superhelden aber egal. Es sollte nur zeigen, dass ich unsere Spieler für Superhelden halte.

Ich habe mir das Kostüm für Halloween gekauft, in der Hoffnung, es bei unseren Quali-Spielen noch einmal aus der Tasche kramen zu können. Und ich war guter Dinge, dass wir uns qualifizieren. Im Hinspiel gelang uns in Bosnien ein 1:1. Es war so neblig, dass wir auf der Bank die Tore nur hörten, nicht sahen. Beim Rückspiel war ich überhaupt nicht nervös. Superman wäre ja auch nicht nervös, oder? Außerdem ist unser Team sehr stark, nur vergessen sie das manchmal, dann muss man es ihnen wieder sagen. Die Jungs sind eine Einheit, sie jagen den Gegner wie ein Rudel Wölfe. Ich mache diesen Job seit 16 Jahren, aber wie das Stadion nach dem 2:0 im Jubel versank, habe ich noch nie erlebt.

Nach Abpfiff holte ich das Kostüm aus der Tasche und stürmte die Kabine. Dass da jemand mit einer Kamera stand und filmte, merkte ich zunächst gar nicht. „Ich bin 60 und fahre nach Frankreich“, schrie ich und umarmte alles, was ich zu packen kriegte. Der Clip wurde zum Internet-Hit, in den Tagen danach bekam ich eine Menge Post.

Gut übrigens, dass abends keine Kamera dabei war. Von uns Iren sagt man ja, dass wir sehr feierfest sind. Einige Spieler ließen es zwar ruhiger angehen, weil sie am nächsten Tag zurück zu ihren Klubs mussten, aber der Rest war ordentlich unterwegs. Mein Zeugwartkollege Mick Lawlor ist ein echtes Feierbiest, mit ihm zog ich bis frühmorgens durch die Dubliner Pubs. In einem ließ ich aus Versehen mein Superman-Cape liegen. Es hat aber keine zwei Tage gedauert und ich bekam mehrere neue zugeschickt. Jetzt freue ich mich auf die EM in Frankreich. Mal sehen, welches Superheldenkostüm ich einpacke.

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