Ire schreibt offenen Brief an Thomas Müller

»Wirklich: Vielen Dank!«

Dank Deutschlands Sieg gegen Schottland darf auch Irland weiter auf die EM 2016 hoffen. Ein Fußballfan aus Dublin bedankt sich nun in einem offenen Brief bei Thomas Müller.

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Der offene Brief erschien am Dienstag auf dem wunderbaren irischen Blog balls.ie

Lieber Thomas,

wie geht's dir? Ich hoffe, alles ist gut, und ich hoffe, dass du dich nun ein wenig erholen kannst, nachdem du gegen Schottland mal wieder viel mehr geackert hast als deine Mitspieler.

Ich hatte ein wenig Sorge, weil Schottland ja dringend einen Sieg benötigte und diese Big-Match-Atmosphäre deine Mannschaft vielleicht verunsichern könnte. Weil Manuel Neuer in der ersten Hälfte wie ein normaler Torhüter wirkte, blieb meine Sorge zunächst bestehen. Aber du... du bist wie immer vorangegangen. Danke dafür.

Wirklich: Vielen Dank!

Ein Ausrutscher gegen Schottland – das wären wirklich schlechte Neuigkeiten für Irland gewesen. Deine zwei Tore und die Vorlage haben mir also wirklich viel bedeutet. Es fühlte sich an, als wäre es auch dein sehnlicher Wunsch, dass Irland zur EM 2016 fährt.

Vielleicht mag ich dich seit jeher, weil du ein bisschen aussiehst wie der Bruder eines Kumpels. Selbst wenn andere sagten, dass dein Gesicht dem eines Boxers gleicht. Ich habe dich immer verteidigt. Und ich bin froh darüber.

Den Fuß als Bande: ein Geniestreich

Bei deinem ersten Tor hast du den Fuß von Gegenspieler Russel Martin als Bande benutzt – ein Geniestreich. Es folgte dein sehr deutscher Jubel, und ich jubelte ebenso.

Dein zweiter Treffer war ein typisches Stürmertor. Ein Instinkttor. Es war außerdem ein sehr irisches Tor, weil wir anscheinend auch nur treffen, wenn jemand seinen Kopf bei einem Zufallsabpraller hinhält. Wieder ein Beleg für mich, dass du den irischen Fußballstil sehr schätzt. Vergessen wir die schöne Kombination, die dem Tor vorausging.

Und dann der Assist. Wenn eine Mannschaft wie Schottland zweimal egalisiert, würden viele andere große Teams das einfach akzeptieren. Sie würden sich sagen: Ein Unentschieden auswärts in Schottland ist nicht das Ende der Welt. Aber wieder hatte dein wunderbarer bayrischer Kopf andere Ideen. Es weckte außerdem Erinnerungen an ein legendäres Spiel der Iren: Duffer (Damien Duff, d. Red.) auf Keano (Robbie Keane, d. Red.) in Paris 2009, ich bin sicher, du erinnerst dich auch daran.

Du musst gegen uns nicht spielen!

Ich war nervös, aber ich zweifelte nun nicht mehr daran, dass ihr euren Job in Glasgow erledigt. Ich wunderte mich zwar ein wenig über Emre Can auf der rechten Abwehrseite, aber du und Bastian Schweinsteiger habt euren und unseren Sieg gesichert. Übrigens: Bitte richte Bastian aus, dass er nicht auf Eamon Dunphy hören soll (der ehemalige irische Nationalspieler nannte Schweinsteiger vor einigen Wochen einen »Witz« und »Schatten seiner Selbst«, d. Red.). Dunphy hat sogar Cristiano Ronaldo mal einen »Nothing player« und einen »Puffball«. Gibt es ein Wort im Deutschen für »Puffball«? Natürlich!

Heute habe ich eine Statistik gesehen, die beweist, wie großartig du bist:



Das ist atemberaubend.

Diese Brillanz leuchtete im Spiel gegen Schottland durch dein komplettes Spiel, und noch einmal: Ich möchte dir meine Dankbarkeit für deine Leistung ausdrücken. Nichtsdestotrotz mache ich mir nun natürlich Sorgen, da Irland noch gegen euch spielt. Ich verstehe, dass du zu 100 Prozent im Kader stehen und nach Dublin fliegen wirst. Aber ich möchte dich gerne auf einige andere Events hinweisen, die an dem Abend in unserer Stadt stattfinden. Vielleicht möchtest du an einer dieser Veranstaltungen gerne teilnehmen.

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