Iran-Gastspiel endet im Chaos

„Wir nehmen es mit Humor“

Der unerwartete Wintereinbruch im Iran bescherte der Mannschaft von Hansa Rostock zwei ereignisarme Tage. Für die Planungen der Hanseaten erwies sich der Abstecher für ein einziges Testspiel als Horror-Trip. Imago Die Weiterreise der 24 Mann starken Delegation der Hanseaten verzögerte sich nach dem Testspiel am Samstag gegen eine iranische C-Auswahl (2:0) um fast zwei Tage, ehe für Montagnachmittag endlich der Rückflug von Teheran nach Dubai ins Trainingslager anstand.

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„Wir versuchen, die Situation mit Humor zu nehmen“, sagte Mittelfeldspieler Tobias Rathgeb. Ursprünglich wollten die Rostocker am Sonntagmorgen nach Dubai fliegen. Doch wegen des plötzlichen Schneechaos wurden alle Flüge gestrichen. Im Laufe des Sonntages erhielt der Tross dreimal die Aufforderung, sich für die Fahrt zum Flughafen bereit zu halten. Doch jedes Mal wurde kurze Zeit später die Fahrt wieder gestrichen.

„Das Problem waren die zugeschneiten Landebahnen auf dem Flughafen. Die Maschinen konnten in Teheran nicht landen“, berichtete Hansas Pressesprecher Axel Schulz. Unterstützung erhielten die Rostocker vom iranischen Fußball-Verband, der für die zusätzlichen Übernachtungskosten aufkam. „Die Iraner haben uns erzählt, dass es in den letzten 20 Jahren nicht mehr so viel Schnee gegeben hat“, sagte Schulz.

Am Montag um 06.00 Uhr durfte sich die Hansa-Abordnung endlich in Bewegung setzen. Vier Stunden benötigte der Bus für die rund 40 Kilometer vom Hotel zum Khomeini-Flughafen. „Wir sind mit Tempo 40 gefahren“, sagte Rathgeb. Weitere Probleme gab es an der Mautstelle auf der Autobahn. Dort durften viele Fahrzeuge nicht weiterfahren. Der Bus der Rostocker musste Schneeketten anlegen und konnte nur mit einer Sondergenehmigung passieren.

Am Montagmorgen kam die Mannschaft endlich am Flughafen an. Die Hoffnung auf eine Ausreise erhielt jedoch einen weiteren Dämpfer. Bis zum Nachmittag durften keine Maschinen fliegen. „Wir spielen in der Abflughalle mit unserem Trainer Frank Pagelsdorf Karten. Andere lesen. Irgendwie muss man sich die Zeit vertreiben“, sagte Rathgeb.

Für die Planungen der Hanseaten erwies sich der Iran-Abstecher als Horror-Trip. Eigentlich wollte Pagelsdorf seine Mannen schon am Sonntag wieder in der Sonne von Dubai auf die Rückrunde vorbereiten. Die Verspätung hat die Zeitpläne durcheinandergewirbelt, die Spieler sind übermüdet und zunächst nicht so belastbar.

Fraglich ist, welche Aufschlüsse das Testspiel am Dienstag in Abu Dhabi gegen den Al Wahda Sports Club bieten wird. Auch die rund 30.000 Euro, die die Mecklenburger für ihr Gastspiel im Iran erhalten haben, sind da nur ein kleines Trostpflaster.