Hygiene-Probleme beim Klub von Max Meyer

Von Mäusen und Menschen

Crystal Palace steht traditionell nur im Schatten der großen Londoner Vereine. Jetzt allerdings hat er mit ganz anderen Problemen zu kämpfen.

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»We ordered some ice cream - it never came«, stand einmal in den Onlinebewertungen zu einem sehr, sehr teuren Fünf-Sterne-Hotel inmitten von Rom.

Eine bittere Enttäuschung, die einem solchen Haus sicher nicht gut zu Gesicht steht, ansonsten aber zu verschmerzen sein wird. Andere Bewertungen, etwa von Restaurants (»Warnung vor dem Essen!«), gehen da schon eher ans Eingemachte oder gleich an den Wohlstand eines ganzen Landes (Bonitätsnote von Standard & Poor's für Zypern: BBB-).



Wiederum andere Bewertungen sind einfach nur Quatsch (»11FREUNDE war mal lustiger«) oder Mist (Germany’s Next Topmodel).

Die Küche bleibt kalt



Die Bewertung, die die Kantine von Crystal Palace dieser Tage erhalten hat, fällt eindeutig unter die Kategorie »Gut zu wissen!«.



Ein »zero food hygiene rating« gaben die Gesundheitsinspektoren nach ihrem Besuch auf dem Trainingsgelände des Londoner Premier League-Klubs, bei dem auch der Weltklasse-Spieler Max Meyer unter Vertrag steht. Und hoffentlich auf Essen verzichtet. Andererseits würde das vielleicht erklären…



So müssen die Räumlichkeiten von Mäusen behaust worden sein, schlossen die Experten angesichts der Zustände, die sie vorfanden. Also schloss die Küche. Freiwillig.

Der Fluch der guten Tat



Nun liegt all das bereits eine Weile zurück, der Bericht aber wurde der Öffentlichkeit jetzt erst und nur dank der Anfrage des Nachrichtenportals »Kent Live« zugänglich gemacht. Inzwischen und bereits nach wenigen Tagen, so heißt es, sei die Küche wieder eröffnet worden und frei von Nagetieren jedweder Art.

Das Null-Sterne-Rating bleibt aber vorerst bestehen, verkündete nun ein Sprecher des Vereins. Aber immerhin auch: »Wir sind zuversichtlich, dass wir das Fünf-Sterne-Rating zurückerhalten, sobald wir erneut inspiziert werden.«



Und überhaupt sei das ganze Problem nur allzu verständlich, schließlich läge die Wurzel allen Übels im Versuch, sich zu verbessern. Denn die Probleme seien nur aufgetaucht, weil der Klub das Trainingsgelände durch Umbaumaßnahmen auf ein neues Level heben wollte. Der Fluch der guten Tat. Man kennt das.



Der »Crystal Palace FC Training Ground« hat übrigens auch satte neun Google-Bewertungen und dabei ein Durchschnittsrating von 4,6 (von 5) - ganz ohne, dass auch nur eine Silbe über Mäuse verloren wird.



Viel wichtiger jedoch ist eine ganz andere Bewertungsgrundlage. In der aktuellen Premier-League-Tabelle liegt Crystal Palace nur auf Rang 15. Nur drei Punkte vor einem Abstiegsplatz. Aber den belegt ja schon die Küche.