Hools jagen israelische Fußballer aus dem Stadion

Eine Horde Wahnsinniger

Nazi-Hools aus Sofia haben am Rande eines Freundschaftsspiels Gäste-Spieler aus Israel über den Rasen gehetzt.

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Das Ganze fängt schon mit einer dummen Idee an. Nämlich der, ein Freundschaftsspiel zwischen dem bulgarischen Drittligisten ZSKA Sofia und dem israelischen Zweitliga-Klub MS Aschdod zu veranstalten. Die traurige Realität ist nämlich diese: der einst beste Verein Bulgariens ist nach heftigen Finanzproblemen in die dritte Liga abgeschoben worden und wird dort unten nur noch vom harten Kern supportet. Und der härteste Kern, des ohnehin schon harten Kerns, sind die Ultras aus Sektor G. Diese wiederum setzen sich inzwischen aus einem ganzen Haufen gruseliger Arschgeigen zusammen, die schwarze Gegenspieler rassistisch beleidigen, neonazistische Gesänge im Repertoire haben – und Jagd auf israelische Fußballer machen.

Ein sehr beklemmendes Gefühl

Genau das passierte nämlich in der 91. Minute des so genannten Freundschaftsspiels in Sofia: da trat ein Israeli aus Aschdod seinen Kontrahenten so wüst von hinten in die Beine, dass der Schiedsrichter glatt Rot zeigte. Es war bereits der dritte Platzverweis für die Mannschaft aus Aschdod, der vielleicht auch jemand mal erklären sollte, wie so ein Freundschaftsspiel auszusehen hat.

Was dann jedoch passierte, rechtfertigt selbst die brutalste Grätsche nicht: die Gäste aus Israel wurden zunächst wüst beschimpft, anschließend mit Flaschen beworfen – und schließlich wie Hasen über den Platz gejagt. Auf den Videos von diesen Szenen sind schockierende Bilder zu sehen: klobige Hooligans, die die in blau gekleideten Aschdod-Akteure attackieren und über den Rasen hetzen. Ein Spieler wird von einer Flasche am Kopf getroffen, kann aber glücklicherweise weiterlaufen. Von der Polizei oder Ordnungskräften ist zunächst nichts zu sehen. Und ein beklemmendes Gefühl macht sich beim Ansehen breit: dass diese Fußballer aus Israel hilflos einer Horde Wahnsinniger ausgesetzt sind.