Hools bedrohen BVB-Fanbeauftragten

Machtdemonstration im Stadion

Die führenden Köpfe von »0231 Riot« hatten schon vor der Gründung ihr Feindbild im eigenen Verein gefunden: Daniel Lörcher, jahrelang Vorsänger und heutiger Fanbeauftragter. Er engagiert sich im Kampf gegen Rassismus und bringt dies auch öffentlich zur Sprache, wie zuletzt in einer Fernsehdokumentation der ARD. Bereits zuvor hatte die Hool-Gruppe ihn mit einem Transparent im Stadion beleidigt, doch die Anfeindungen erreichten in der Folge eine neue Dimension.

Am vergangenen Sonntag beim Spiel gegen Augsburg wurden im Block 13 zwei Banner hoch gehalten. Auf einem stand: »Lörcher, deine Zeit ist um.« Eine offene Drohung an den Fanbeauftragten. Lörcher selbst äußert sich nicht zu den Vorfällen. Borussia Dortmund zeigte sich schockiert und veröffentlichte einen Tag später eine Mitteilung, in der der Klub die Transparente verurteilte.

Große Transparente im Block und am Zaun

Darin heißt es: »Wir werden nun die Augenzeugenberichte und die Kamerabilder des Nachmittags auswerten und hoffen, die Täter und/oder Anstifter zur Verantwortung ziehen zu können, die sich anmaßen, durch ihre entlarvenden Aussagen das Gros der friedlichen, toleranten und fairen Fans des BVB in Verruf zu bringen.« Zwar zeigen erste Fotos eindeutig jene Personen, die die Plakate hochhalten, doch diese sollen, so heißt es in Fankreisen, von den eigentlichen Tätern unter Gewaltandrohung dazu gezwungen worden seien. Eine Form der Spurenverwischung.

Genauso soll es sich beim Pokalspiel gegen Paderborn verhalten haben, als ein weiteres Spruchband gegen Lörcher am Zaun präsentiert wurde. Die Transparent-Angriffe gegen einen BVB-Mitarbeiter in aller Öffentlichkeit sind ein bewusster Grenzübertritt. »Die haben Bock auf die Provokation«, heißt es aus Fankreisen. »0231 riot« will die »Machtposition« innerhalb der Kurve zur Schau tragen.

Für den Verein und seine Mitarbeiter ist der Umgang mit der Schläger-Union besonders heikel. Es handelt sich nicht um eine übliche Fangruppe, die empfänglich für Diskussionen ist. Ein langjähriger Fan drückt es so aus: »Das sind Psychos, die sind krank. Mit denen kannst du nicht reden.«