Hollywood-Star baggert seit Monaten an Leeds United

Crowe-Funding

Russell Crowe bietet dem darbenden Klub Leeds United seine Hilfe an. Das tut er mit einer Vehemenz, dass es unangenehm ist – die Fans finden es trotzdem toll.

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Russell Crowe ist ein ziemlich cooler Typ. Natürlich, er hat in klebrigen Rom-Coms mitgewirkt wie »Breaking Up«, pathetischem Abenteuerquatsch wie »Robin Hood« und »Gladiator« oder überladenem Action-Fantasy wie »The Man with the Iron Fists«. Aber er spielte eben auch die Hauptrollen in »L.A. Confdential« oder »A Dangerous Mind«, er  war Wendell »Bud« White oder John Forbes Nash.
 
Für seine Filme hat der 50-jährige Neuseeländer in den vergangenen Jahren so viele Auszeichnungen gewonnen, dass er damit das New Yorker Museum of Modern Art füllen könnte. Er ist einer von denen, die mal kurz mit dem Privatjet nach Japan fliegen könnten, wenn sie Original-Sushi zum Abendessen haben möchten.

Oscar-Moderation? Keine Zeit!
 
Dennoch gibt er für gewöhnlich einen Scheiß auf den ganz großen Zirkus und all die Preisverleihungen. Anfang des Jahres bot ihm die Academy an, bei der Oscar-Nacht eine Moderation an der Seite von Ryan Gosling zu übernehmen. Crowe sagte ab. Begründung: »Sorry, hab' was anderes vor.«
 
An jenem Wochenende sah man ihn dann auf der Tribüne des ANZ Stadium sitzen, wo er eine Partie seines Lieblingsrugbyteams South Sydney Rabbitohs verfolgte. Russell schien gut gelaunt zu sein, er machte Fotos mit Fans und sah, wie sein Team den Gegner St. Helens auseinandernahm. Dennoch: Dafür lehnte er eine Moderation bei den Oscars ab? »Ja, klar. Rugby ist ein wundervoller Sport, wahrscheinlich der aufregendste Ballsport, den es gibt. Wenn ich ein Spiel sehe, will ich dabei nicht gestört werden!«
 
Crowe ist seit seinem fünften Lebensjahr Fan der South Sydney Rabbitohs, seit 2011 ist er Miteigentümer. Das ist nicht außergewöhnlich, in den USA gibt es unzählige Stars und Sternchen, die ihre Lieblingsklubs finanziell unterstützen.

Snoop Dogg, P Diddy und David Letterman
 
Das Arena-Football-Team Los Angeles Kiss wird etwa von den »Kiss«-Musikern Gene Simmons und Paul Stanley gebuttert. Dem Ex-Bastetballer Magic Johnson gehören Anteile beim Baseball-Team L.A. Dodgers. John Bon Jovi war von 2004 bis 2010 Co-Besitzer des Arena-Football-Teams Philadelphia Soul, Will Smith gehören Anteile bei den Philadelphia 76ers, und Late-Show-Moderator David Letterman kaufte 1996 einen Auto-Rennstall namens Team Rahal, das er in Rahal Letterman Racing umbenannte.
 
Und dann gibt es noch die zahlreichen Anwärter und Wanna-be-Klubbesitzer. Schwerreiche Typen, die immer mal wieder laut überlegen, welche Spielzeuge ihnen gut zu Gesicht stehen könnten. Zum Beispiel verkündet Cordozar Broadus, besser bekannt als Snoop Dogg, seit Jahren, demnächst bei Celtic Glasgow einzusteigen, um ein bisschen »Snoop-Flavor« in den schottischen Erstligisten zu bringen. Und auch Sean Combs bzw. Puff Daddy bzw. P Diddy erzählt immer mal wieder von seinem ausgeprägten Interesse für Sportklubs. Nur wer soll es sein? Der englische Fußballklub Crystal Palace, die US-Basketballteams der New York Knicks oder der L.A. Clippers? Combs hat schon mit jedem geflirtet.
 
Wenn man sich fragt, wie man eigentlich Eigner wird, stellt man sich knallharte Verhandlungen in top-designten Konferenzräumen im 27. Stock eines New Yorker Wolkenkratzers vor. Die Wahrheit scheint indes viel einfacher. Man verkündet sein Interesse einfach in einem Interview – oder fragt seine Fans, was sie von einem Engagement halten.