Heynckes, Luhukay und Spekulationen

Der Schattenmann

Jos Luhukay ist neuer Co-Trainer bei Borussia Mönchengladbach. Seltsam, denn eigentlich gilt er als Kandidat auf einen Chef-Posten. Ist die Beförderung etwa schon ausgemachte Sache? Imago Der Fußball-Trainer Jos Luhukay genießt in Fachkreisen einen exzellenten Ruf. Der Niederländer kann in seiner Vita bislang zwar nur einen Cheftrainer-Posten im Profibereich, den beim Zweitligisten SC Paderborn, vorweisen. Dennoch taucht sein Name immer wieder auf, wenn die Gerüchteküche brodelt. Luhukay besitzt Sachverstand, seine Mannschaften spielen attraktiven Offensiv-Fußball, zudem wird ihm ein gefühlvolles Händchen im Umgang mit dem kickenden Personal nachgesagt. Ein Wechsel auf den Chefsessel eines Erstligisten schien nur noch eine Frage der Zeit. 

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Doch nun wird er Assistent von Jupp Heynckes beim abstiegsbedrohten Ex-Meister Borussia Mönchengladbach - warum denn nur? Nach der völlig verkorksten Hinrunde bleibt Platz für Spekulationen: Jupp Heynckes besitzt zwar das volle Vertrauen von Präsident Rolf Königs, dem Vernehmen nach aber nicht das der Mannschaft. Der Held aus vergangenen Gladbacher Fohlen-Zeiten wirkte zuletzt angeschlagen, bewies zudem wenig Fingerspitzengefühl. Wenn Heynckes am Saisonende von Peter Pander, der in der Amtszeit des autoritären Trainers ohnehin an Einfluss verloren hat, den Posten des Sportdirektors übernehmen würde und Luhukay dann als Chefcoach installiert, würde dies von Weitsicht zeugen. 

Zumindest wäre es einer der besseren Schachzüge eines Klubs, dem mit seiner merkwürdigen Einkaufspolitik unter Trainer Dick Advocaat und mit dem Verkauf von Stürmerjuwel Jan Schlaudraff für lumpige 150.000 Euro an Alemannia Aachen zwei der größten Fehler in der jüngeren Liga-Geschichte unterlaufen sind.