Heung-Min Son in Tottenham

Wer im Glashaus sitzt...

Zum Einen, weil Son durch seinen forcierten Wechsel die Lorbeeren einer gesamten Saison aufs Spiel setzte. Zum Anderen, weil er medial nachtrat und die Beziehung zu seinen Ex-Kollegen somit wohl endgültig beendete. »Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen. Jeder soll vor der eigenen Haustüre kehren. Da liegt sicherlich genug«, lautete der wortgewandte Konter auf den Vorwurf der schlechten Beratung aus Calhanoglus Ecke. Son spielte damit auf dessen Wechseltheater vom HSV nach Leverkusen ein Jahr zuvor an.

Es war so gar nicht typisch für den besonnenen Südkoreaner, der doch sonst als fleißige und zurückhaltende Arbeitskraft bekannt war. Und nicht als Großmaul, der die Konfrontation sucht. Seinen Traum von der Premier League wollte sich Son nicht schlecht reden lassen. 

»Die andere Sache ist der Wunsch des Vereins«

Umso verwunderlicher war es, dass Son ein Jahr später schon wieder nach Deutschland zurückkehren wollte. Der VfL Wolfsburg bot im letzten Sommer kolportierte 28 Millionen Euro für den flinken Stürmer, erneut machte Son keinen Hehl aus seinen Wechselabsichten. Im Gegensatz zu Leverkusen zeigten sich die Spurs aber konsequent. Unter der Feder von Trainer Mauricio Pochettino wurde Son der Abgang verwehrt. 

»Die eine Sache ist der Wunsch des Spielers, die andere Sache ist der Wunsch des Vereins. In seinen Gedanken war er fest entschlossen zu wechseln, aber letztendlich hat er es akzeptiert, dass er bleiben und um seinen Platz kämpfen muss«, sagte Pochettino über sein Veto, das auf den ersten Blick überraschte. 

Schließlich verlief Sons erstes Jahr in England nicht wie gewünscht. Nach einem vielversprechenden Start kam das Verletzungspech. Son musste mehrere Wochen zuschauen. Und die jungen, wilden und vor allem erfolgreichen Spurs fanden eine Formation, mit dem sie von Anfang bis Ende der Saison um die Meisterschaft mitspielte und Aufsehen erregte.