Hesses WM-Countdown (13): Als Branco zur Flasche griff

Gute Nacht, Cinderella!

Zwischen Argentinien und Brasilien wabert seit 1990 ein Verschwörungsskandal: Wurde die Selecao unter Drogen gesetzt? Und zwar von jemandem, der sich damit gut auskannte, nämlich Maradona?

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Im aktuellen 11FREUNDE Spezial widmet sich der renommierte englische Autor David Winner einigen bizarren Schiedsrichterfehlern, die die Geschichte der Weltmeisterschaften durchziehen und zu mal schönen, mal verschrobenen Verschwörungstheorien geführt haben. 

 

Aber wenn es nach FIFA-Präsident Gianni Infantino geht, dann wird bei der WM in Russland der Videobeweis zum Einsatz kommen. Ist das dann das Ende all der Vorwürfe, Gerüchte und Beschuldigungen?

 

Meister der Verschwörung 

 

Nicht unbedingt. Denn Vermutungen über dunkle Machenschaften müssen nicht zwingend mit falschen Abseitsentscheidungen oder nicht gegebenen Toren zu tun haben. Die Brasilianer zum Beispiel sind unerreichte Meister darin, Erklärungen für ihr Scheitern zu finden, die überhaupt nichts mit dem Schiedsrichter tun haben.     

 

So ist man am Zuckerhut noch immer überzeugt davon, dass sich Peru 1978 bestechen ließ, um gegen den Gastgeber Argentinien 0:6 zu verlieren, weshalb Brasilien wegen des Torverhältnisses das Endspiel verpasste.

 

Untersuchung durchs Parlament

 

Und auch beim Finale 1998 gegen Frankreich soll es nicht mit rechten Dingen zugegangen sein. Ein paar Stunden vor dem Anpfiff erlitt Ronaldo einen mysteriösen Anfall, spielte dann trotzdem und natürlich sehr schlecht. Das Ganze führte drei Jahre später sogar zu einer Untersuchung durch das brasilianische Parlament, trotzdem ist bis heute nicht restlos geklärt, was den Kollaps auslöste und warum Ronaldo trotz des Anfalls aufgestellt wurde.   

 

Noch bizarrer ist eine Theorie, die sich um die WM 1990 dreht. Auch diese seltsame Geschichte wird im 11FREUNDE Spezial kurz angerissen. Sie ist allerdings so spektakulär, dass sie es verdient, hier etwas ausführlicher dargestellt zu werden.

 

Einmal Pfosten, zweimal Latte 

 

Im Achtelfinale traf Brasilien auf den Rivalen Argentinien, der eine hundsmiserable Elf stellte, die nur Diego Maradona, Claudio Caniggia und neun klobige Maurermeister zu bieten hatte. Die Männer in Gelb dominierten bei 34 Grad im Schatten die Partie über weiten Strecken, scheiterte aber einmal am Pfosten, zweimal an der Latte und ungezählte Male an Torwart Sergio Goycochea. 

 

Dann durften die überforderten Argentinier endlich verschnaufen, weil Maradona verletzt am Boden lag. Während die medizinische Abteilung den Spielmacher versorgte, verteilte der Masseur Trinkflaschen, die die Argentinier großherzig an ihre Gegner aus Brasilien weitergaben.