Hertha und der 60-Millionen-Deal

Ungleich mehr Spielräume

Nun wird Hertha den Fußball nicht gleich neu erfinden, geschweige denn aus den Angeln heben. Sportlich ändert sich erst einmal nicht so viel, eher auf Sicht. Tatsächlich verschafft der Einstieg des Investors Einsparungen eines hohen einstelligen Millionenbetrages jährlich. »Mit dem heutigen Tag haben wir uns ungleich mehr Spielräume erarbeitet«, sagt Michael Preetz. Der Sport-Geschäftsführer macht aber zugleich deutlich, »dass sich unsere Strategie überhaupt nicht ändert«. Hertha werde weiter »mit viel Augenmaß« die Mannschaft verbessern und weiterentwickeln. Wirtschaftlich aber ändert sich viel, wenn nicht gar alles, wie es Schiller sagt. Er denkt dabei an Stichworte wie Entschuldung, Kostenersparnis, positives Eigenkapital und Langfristigkeit.

34 Millionen Euro – als Vorfinanzierung

Die gut 60 Millionen Euro teilen sich wie folgt auf. Für rund 20 Millionen Euro hat der Investor 9,7 Prozent Anteile an der Hertha BSC GmbH und Co. Kommanditgesellschaft auf Aktien, kurz KGaA, erworben. Die restlichen 90,3 Prozent hält der Hertha BSC Stammverein. KKR erhält zudem einen Sitz im Aufsichtsrat der KG und »meine Mobilnummer«, wie Schiller sagt. Darüber hinaus ist ein hoher einstelliger Millionenbetrag als Einmalzahlung geleistet worden, vergleichbar einer Signing fee. Der größte Posten, rund 34 Millionen Euro, fließen Hertha als eine Art Vorfinanzierung künftiger Einnahmen zu. Hierfür wird Hertha jährlich eine fest vereinbarte Rückzahlung an den Investor leisten. Diese Belastung sei allerdings »deutlichst« (Schiller) niedriger ist, als die Zinsbelastung, die Hertha bisher für Kredite etwa bei Banken bezahlt hat. Diese Kredite bei verschiedenen Banken stammen bekanntlich aus Zeiten der Hochzinsphase. Die nun vereinbarten Zahlungen machen weniger als die Hälfte ehemaliger Belastungen aus.