Heldt und Gisdol: Warum beim 1. FC Köln die Zweifel bleiben

Panic at the Geißbock

Mit Horst Heldt und Markus Gisdol installiert der abstiegsgefährdete 1. FC Köln zwei branchenbekannte Gesichter in der sportlichen Führung. Doch schon der Prozess der Entscheidungsfindung beim FC wirft Fragen auf. 

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Gleich zu Beginn der Trainingswoche vor dem kommenden Bundesliga-Spiel in Leipzig hat der 1. FC Köln zwei wichtige Positionen neu besetzt: Horst Heldt übernimmt ab sofort den Posten als Geschäftsführer Sport, Markus Gisdol ist neuer Trainer. Beide erhalten einen Vertrag bis 2021, wie der Verein am Montag bekanntgab. Horst Heldt tritt die Nachfolge von Armin Veh an,  Markus Gisdol beerbt Achim Beierlorzer auf dem Trainerstuhl.

In der Bundesliga soweit kein ungewöhnlicher Vorgang, möchte man meinen. Doch die Prozesse, die beim 1. FC Köln zu Entscheidungen führen, sind durchaus bemerkenswert. 

Durch die Trennungen von Veh und Beierlorzer befand sich der Verein in der Länderspielpause in der schwierigen Situation, bei voller Fahrt in der Bundesliga gleich zwei Schlüsselpositionen neu besetzen zu müssen. Die Installation eines neuen Geschäftsführers oblag dem neu gewählten Vorstand um Präsident Werner Wolf, der sein Amt erst im September angetreten hatte. Die Aufgabe, einen neuen Trainer zu finden, sollte Frank Aehlig erledigen. In seiner Funktion als Leiter der Lizenzspielerabteilung war er zuvor Vehs rechte Hand und jetzt kommissarisch für den sportlichen Bereich verantwortlich.

»Kein Zeitdruck«

Die Satzung des 1. FC Köln sieht vor, dass Entscheidungen von großer finanzieller Tragweite der Zustimmung des sogenannten Gemeinsamen Ausschusses bedürfen. Dort sitzen neben dem den Vorständen auch die beiden Vorsitzenden des Mitgliederrats und jeweils der Vorsitzende des Aufsichts- und Beirats, insgesamt entscheiden also sieben Personen – für eine Mehrheit braucht es demnach vier Stimmen. Diesem Gremium sollte der Vorstand nun Vorschläge unterbreiten. Dabei nahm das Team um Werner Wolf sogar die Hilfe einer Headhunting-Agentur in Anspruch.

Auch nach außen bemühte sich der Vorstand in dieser Phase sichtlich darum, einen möglichst professionellen Eindruck zu erwecken. Am vergangenen Wochenende gab Präsident Werner Wolf dem Kölner Stadt-Anzeiger und dem Express ein Interview, in dem er sagte, dass es wichtig sei, »die Ruhe zu bewahren«. Einen »übermäßigen Zeitdruck« hätte er nicht ausgemacht. »Wir haben einen ordentlichen Prozess aufgesetzt, um den für uns geeigneten Kandidaten zu finden«, bekannte er in Bezug auf die Suche nach einem neuen Geschäftsführer Sport.