Helden der Unterklasse (80)

Der Wettergott und die E-Mail

»Ich gehe davon aus, dass sie uns problemlos wegflexen.«
Um Amateurcoach zu werden, muss man zwei Dinge mitbringen: einen grundsätzlichen Pessimismus, denn man will auf keinen Fall diese unsägliche Favoritenrolle, und eine bildliche Sprache, damit es auch jeder versteht. Uwe Neunsinger, Coach der TSV Burgfarrnbach, bringt beides mit. Vor dem Spiel gegen den SV Poppenreuth sagte er wohl kalkulierend gegenüber nordbayern.de: »Ich gehe davon aus, dass sie uns problemlos wegflexen.«

Am Ende gewann Burgfarrnbach überraschend mit 1:0. So wird es gemacht. Kein Wunder, dass man erst kürzlich den Kontrakt mit Uwe Neunsinger um ein Jahr verlängerte.

»Vom Wettergott habe ich leider keine E-Mail-Adresse.«
Einen der schwersten Jobs dieser Tage hat sicherlich Jürgen Stebani, der Vorsitzende des Spielausschusses des Norddeutschen Fußballverbandes. Durch den langanhaltenden Winter waren diverse Spiele ausgefallen, eine derartige Situation habe Stebani in 40 Jahren »noch nie erlebt.« Umso erschrockener reagierte er auf die Nachricht, dass jetzt auch noch beim Regionalliga-Duell Braunschweig II gegen Lübeck das Flutlicht ausfiel. Zum Glück konnte nach einer halben Stunde weitergespielt werden. Stebani hofft auf eine Ausnahme und sagt gegenüber transfermarkt.de weise: »Vom Wettergott habe ich leider keine E-Mail-Adresse.«

Die Elfmeterkiller von Berghausen
Sportlich im Nachteil, psychologisch im Vorteil. Über Torhüter beim Elfmeter gibt es wissenschaftliche Abhandlungen. Letztlich kann man froh sein, wenn der eigene Keeper ab und an mal einen hält. In Berghausen haben sie zwei absolute Elfmeterkiller zwischen den Pfosten. Stammkeeper Oliver Wazakowski und Stellvertreter Tobias Lehnert haben zusammen die letzten sieben Elfmeter gegen ihren Klub SSV Berghausen gehalten. Was für eine Serie! In dieser Saison haben sie eine Quote von acht von neun gegebenen Elfmetern.

Stammtorwart Oliver Wazakowski gibt im Interview mit fussball.de aber zu: »Meine Mitspieler fangen schon an Sprüche zu machen und sagen, dass sie die Gegenspieler jetzt einfach immer über die Klinge springen lassen, wenn sie auf dem Weg zum Tor sind.« Er und sein Kollege bekommen also auch in Zukunft reichlich zu tun.