Helden der Unterklasse (8)

Was du am Wochenende alles verpasst hast

Greifswald legt sich mit Real Madrid, der 1.FC Heelden mit der Erotik und Brann Bergen mit dem guten Geschmack an. Hier kommt alles, was du am Wochenende in der Fußballwelt verpasst hast. 

imago

Ohne Kroos nix los

Der Greifswalder SV spielt in der Verbandsliga Mecklenburg-Vorpommern, belegt dort derzeit einen soliden achten Platz und fordert Real Madrid heraus. Toni Kroos sei Dank. Denn durch dessen Wechsel von München nach Madrid profitieren wegen der in den Fifa-Statuten verankerten Ausbildungsentschädigung auch die Vereine seiner Jugend. Die Solidaritätsklausel besagt, dass jedem Verein, für den ein wechselnder Spieler ab seinem 12. Lebensjahr aufgelaufen ist, pro Spielzeit 0,25 Prozent der Transfersumme zustehen.

Bei einer vermuteten Ablösesumme von 25 bis 30 Millionen Euro errechnet man sich in Greifswald so eine Abschlagszahlung von circa 60.000 Euro. Einziger Haken: Als der kleine Kroos in seiner Heimatstadt kickte, hieß der Verein noch Greifswalder SC. Der ging in der Folge insolvent. Ist das der Grund, weshalb die Madrilenen der offenen Forderung der Norddeutschen noch nicht nachgekommen sind? Der Greifswalder SV jedenfalls sieht sich als Rechtsnachfolger und demnach vollauf berechtigt, die Ausbildungsentschädigung einzufordern. Und so schickte man diese Woche erneut Post an den frisch gebackenen Weltpokalsieger. Sollte auch diese Mahnung nicht berücksichtigt werden, wolle sich der Verein an die Fifa wenden und rechtliche Schritte prüfen, heißt es.

Da wir allerdings vermuten, dass sich die Poststelle des spanischen Nobelklubs einfach keinen Reim auf die Greifswalder Schriftstücke machen konnte, empfehlen wir einen unbürokratischen Anruf. Sollte es am Spanisch hapern, kein Problem. Wir haben da mal etwas vorbereitet: »Hola. Aquí habla el Greifswalder SV. Saca el carbón. De lo contrario demandar. Sin Kroos nada que hacer! Y de verdad, para usted son los 60.000, pero los cacahuetes. Ponemos el dinero en nuestro departamento de juventud. Y tal vez usted puede en 20 años, un segundo Kroos comprar con nosotros. Ganar-ganar!« Gern geschehen.

Zuschauer verpflichten Spieler

In Greifswald legt man sich neuerdings nicht nur mit Real Madrid an. Der Verein geht auch in Sachen Spielerverpflichtungen neue Wege. So bietet der Klub auf seiner Homepage unter dem Motto »Wunschtransfer« folgenden Service an:

»Geht es dir auch so? Du schaust dir Spiele anderer Vereine an und entdeckst einen guten Spieler und denkst dir: ›Man, der wär was für den GSV!‹, aber du weißt nicht, wie du uns das am besten mitteilen kannst? Dem ist nun Abhilfe geschaffen und du kannst hier deine Wunschtransfers kundtun. Wenn du also einen Spieler entdeckt hast, der zu uns passt und uns weiterhelfen kann, dann schreib uns eine E-Mail an transfer@gsv04.de

Genial! Und lieber Greifswalder SV: Dass die von uns vorgeschlagenen Spieler Dirk »Merk’ Ihn Dir« G., Ron »Bleib Cremig« U., Andreas »Uns Uwe« B., Alex »Grätsche« R. und Stephan »Jay-Jay« R. allesamt unter unserer Redaktionsanschrift zu erreichen sind, ist reiner Zufall.

Heelden für das ganze Jahr

Kreisliga C, Kreis Rees-Bocholt, Gruppe 5. Heimat der zweiten Mannschaft des 1. FC Heelden. Heimat von René Tangelder. Torwart, prophetischer Hobbymusiker und »Mister April« des von ihm initiierten »Erotik«-Kalenders seines Teams. Ursprünglich als Unikat für die Weihnachtsfeier des Vereins angedacht, kam der Kalender dort so gut an, dass er nun in einer Auflage von 99 Stück an die Frau gebracht werden soll. Damit die einen Vorwand hat, sich das erotische Feuerwerk einzuheimsen, geht der komplette Erlös an die Jugendabteilung des Vereins. Und da auch wir ein Herz für den Jugendfußball haben, ist unsere Bestellung längst raus. 



You’ll sometimes walk alone

Es ist längst Tradition, dass die Spieler der englischen Premier-League-Vereine in der Vorweihnachtszeit in die lokalen Krankenhäuser gehen, um erkrankte Kinder zu besuchen und zu beschenken. Die danken es den Profis mit einem freudestrahlenden Lächeln und dem schönen Gefühl, etwas Gutes getan zu haben. So sollte es auch in diesem Jahr wieder sein, dachten sich Arsenals Alex Oxlade-Chamberlain, Theo Walcott und Wojciech Szczęsny, als sie ins Londoner Royal Free Hospital einliefen. Doch in diesem Jahr stießen sie dabei auf zumindest einen Kritikaster der höchsten Güte. So quittierte ein Junge den Besuch der drei Spieler trocken: »Ich mag Arsenal nicht mal! Können nicht ein paar Spieler von Liverpool kommen?« Die Kollegen Arsenal-Spieler nahmen es locker und zeigten sich über die Loyalität des kleinen Reds-Fans begeistert. Der zog die Nummer auch für das anschließende Erinnerungsfoto knallhart durch.