Helden der Unterklasse (75)

Das Wunder von Sendenhorst

Das Wunder von Sendenhorst
Bislang galt das »Wunder von der Grotenburg« als spektakulärste Aufholjagd aller Zeiten. Das legendäre 7:3 zwischen Uerdingen und Dresden im Europapokalrückspiel 1986 treibt heute noch manchem leidgeprüften Uerdingen-Fan die Tränen in die Augen, während man damit bei jedem Dresdner bis heute ein beherztes: »Höre mir off mit der Scheiße!« hervorruft. Doch eine Bezirksligapartie setzt noch einen drauf. Im Spiel gegen SV Westfalia Rhynern II sieht es in der 76. Minute richtig gut für den Tabellenletzten aus Seidenhorst aus. Die Hausherren führen 3:2, doch dann kippt die Partie binnen acht Minuten. Nach fünf Toren der Gäste steht es in der 84. Minute 3:7. Florian Kraus, Trainer der SG Sendenhorst, sagte nach dem Spiel: »Wir dürfen jetzt nicht alles in Frage stellen.« Nein, nicht alles, aber vielleicht acht Minuten in der zweiten Halbzeit.

Kann nicht treffen, wenn jemand guckt
Vor kurzem berichteten wir hier über die anstehende Kreisoberligapartie im großen Erfurter Steigerwaldstadion. Nachdem alle Gags über die ohnehin schon leidgeprüften Erfurter gemacht wurden, stand nun endlich das Spiel SF Marbach gegen SG An der Lache Erfurt an. 912 Zuschauer fanden den Weg ins Stadion und sogar der MDR berichtete vom Spiel. Das enttäuschende Ergebnis: 0:0. Man kann halt manchmal nicht, wenn jemand guckt. Wer schonmal in der Halbzeitpause eines gut besuchten Fußballspiels pinkeln musste, nickt jetzt zustimmend.