Helden der Unterklasse (74)

Er ist wieder da!

Danke, Hanke!
Er ist wieder da! Wir haben in dieser Rubrik schon darüber berichtet, dass Ex-Bundesligaspieler Mike Hanke jetzt für seinen Jugendverein TuS Wiescherhöfen auf Torejagd geht. Sein erstes Spiel hätte jedem Drehbuch-Autor Tränen in die Augen getrieben. Früh lag der TuS in der Landesliga-Partie gegen SW Wattenscheid zurück. Hanke sollte in seinem ersten Einsatz eigentlich zur 60. Minute vom Platz gehen, aber ihn packt der Ehrgeiz. Bis zum Schluss kämpft der TuS um den Ausgleich. Die Nachspielzeit ist schon angebrochen, da kommt nochmals ein Ball von rechts rein. Hanke geht auf den kurzen Pfosten und köpft. Ein markerschütternder Schrei aus 400 Kehlen. Der Ball schlägt zielgenau im langen Eck ein. Ein Zuschauer sagt nach dem Spiel die weisen Worte: »Ich habe damit gerechnet, aber nicht mehr dran geglaubt.« Hanke widmete sich nach dem späten 1:1-Ausgleich erstmal den wesentlichen Dingen im Amateurfußball: »Wir trinken jetzt erstmal ein Unentschieden-Bierchen.«

»Ritschie« macht weiter
Für jede Amateurmannschaft ist neben einer spielfähigen Mannschaft und ausreichend Bier im Vereinsheim vor allem eines wichtig: ein guter Kontakt zum Verband. Sitzt dort ein fähiger Mann, erleichtert das den Spielbetrieb ungemein. Richard Sedlmaier ist so einer. Mit 67 Jahren denkt er noch lange nicht ans Aufhören, obwohl er 2014 nach einem Herzinfarkt seinen Arzt fragte, ob er noch weitermachen könne: »Er riet mir sogar dazu. Es tut meiner Seele gut.« Also macht Richard Sedlmaier, von allen nur »Ritschie« genannt, weiter. Dabei hat er auch immer eine offenes Ohr für die kleinen und großen Probleme der Vereine: »Wenn es um die Spielverlegung wegen eines Maibaumaufstellens ging - ich war, so weit möglich, immer da.« 

»Schiri, da war nichts.«
Es gibt viele Wege, Punkte für sein Karma zu sammeln: alten Frauen über die Straße helfen, Kinderwägen in Straßenbahnen heben oder einem Kumpel die vor 5 Jahren geborgte Metallica-CD tatsächlich zurückgeben (Ja Olli, ich meine dich!). Beim Eschweiler Lokalderby zwischen dem SC Berger Preuß II und dem SV Falke Bergrath wurde ein weiterer Weg probiert und er zahlte sich prompt aus. In einem hitzigen Spiel wurde den Gästen ein Elfmeter zugesprochen. Auch ohne Videoassistenten erkannte jeder im Stadion, dass es sich hierbei um eine Fehlentscheidung handelte. Yanik Wiese zögerte nicht lange und ging als vermeintlich Gefoulter zum Schiedsrichter und gab zu: »Schiri, da war nichts.« Deutlich vernahm man im Stadion das Rattern seines Karmakontozählers und Elfmeter wurde zurückgenommen. Das Spiel gewann Bergrath übrigens noch mit 5:2. Yanik Wiese erzielte drei Tore. Karma, Baby!