Helden der Unterklasse (68)

Zu früh geduscht

Klar, Amateurfußball ist eh geiler als Profisport. Aber was passierte eigentlich am Wochenende in den Kreisligen des Landes? Na, unter anderem Frühduscher, 80-jährige Keeper und Autokorsos. 

Symbolbild: imago

Zu früh geduscht

Die Kreisligakicker des TuS Wieren hatte beim 15. Friede Cup in Pelzen schon jegliche Hoffnung auf die Titelverteidigung aufgegeben. Nach einer durchwachsenen Vorrunde verabschiedete sich ein Großteil der Mannschaft schon unter die Dusche und wollte das Hallenturnier schnellstmöglich verlassen. Doch die anderen Mannschaften in der Vorrundengruppe spielten währenddessen für die eingeschäumten Männer aus Wieren und plötzlich standen sie im Halbfinale. Dort zeigten sich die Gegner direkt so überrascht über den guten Geruch der frisch geduschten Halbfinalisten, dass  Wieren ins Finale kam und dort auch noch den VfL Böddenstedt besiegte. Damit holt der TuS den dritten Titel beim Hallencup in Folge. So gut gerochen haben sie dabei aber wahrscheinlich noch nie.

Die Feste feiern, wie sie fallen

Der Autokorso, eine fast ausgestorbene Tradition, die heute fast nur noch nach Hochzeiten auf dem Berliner Ku’damm zu bewundern ist, lebt bei der Duisburger Hallenstadtmeisterschaft wieder auf. Zehn Jahre konnte sich der MTV Union Hamborn nicht für dieses Turnier der Extraklasse qualifizieren - allein das ist schon eine Leistung. In diesem Jahr klappte es aber, und so fuhren mehr als 80 Fans mit 30 Autos zur Halle. Dort gab es dann das volle Support-Ballett: Vorsänger, Megafon, lautstarke Gesänge. Beflügelt von dieser Stimmung besiegte der Kreisligist gleich mal zwei Landeslisten und zog ins Viertelfinale ein. Um sich aber noch Verbesserungsspielraum für die nächste Teilnahme in zehn Jahren offen zu lassen, schied man dort vorsichtshalber aus. Das tat der Party aber natürlich keinen Abbruch. Gerüchten zufolge bleiben einige Autos aus Sicherheitsgründen an der Halle stehen.

»Wir wären Aufstiegskandidat in einer Dartsliga für Fußballvereine!«

Jeden Winter übernimmt der Darts-Hype das Land und gibt den Fußballfans, die sonst orientierungslos durch die Winterpause irren würden, einen Grund zum Singen und Grölen. Auch bei Rhenania Hinsbeck wird bei feucht-fröhlichen Mannschaftsabenden immer kräftig gedartet. Offensichtlich stimmt beim Kreisligisten noch die Training-Mannschaftsabend-Balance, denn in der Krefelder Kreisliga A stehen die Kicker zwar auf einem ernüchternden letzten Platz, aber, so Trainer Franz Fretz gegenüber fupa.net: »Würde es eine Dartsliga für Fußballvereine geben, wären wir Aufstiegskandidat!«