Helden der Unterklasse (59)

Teddy-Time

Stofftier-Randale in Berlin. Ein Amateur-Spieler für die NFL. Und echte Liebe, Kreisliga-Style. Unser Wochenrückblick auf die wunderbare Welt des Amateurfußballs.

Screenshot fupa.net

Fock off
Die schnellste rote Karte aller Zeiten soll der walisische Amateur-Fußballer Lee Todd im Jahr 2000 erhalten haben. Nach nur zwei Sekunden. Weil er auf den offenbar sehr lauten Anpfiff des Schiedsrichters zu sagen wusste: »Fuck me, that was loud.« Dagegen nimmt sich der Platzverweis von Marcel Fock, den er am Wochenende im Einsatz für seinen ASV Altenlingen 1965 kassierte, geradezu als Ewigkeit aus. Epische 15 Sekunden gingen bis zum Platzverweis ins Land.

Doch damit allein war es nicht getan, wie fupa.net zu berichten weiß: »Fock wollte per Grätsche einen Ball von der Linie kratzen, bekam die Kugel jedoch im Liegen an den Arm, sodass Rot und Strafstoß die bittere, aber folgerichtige Entscheidung war.« Immerhin kassierte auch der Gegner aus Papenburg und keine fünf Minuten später einen Platzverweis. Siegte dann dennoch mit 7:0. Aus Altenlinger Sicht nicht gerade ein Tag zur Wiedervorlage.

Flieg Teddy, flieg!
Kreisliga A, Berlin. Berliner Sportverein 1892 gegen SF Charlottenburg-Wilmersdorf 03. 82 Minuten waren gespielt, als plötzlich die Stofftiere flogen (siehe Titelbild). Weil die Gastgeber ihr erstes Tor erzielten und weil der Verein dazu aufgerufen hatte. Im Rahmen ihrer Aktion »Störche werfen Teddys« und inspiriert vom kanadischen Eishockey, wo der »Teddy Bear Toss« längst zum guten Ton gehört. Der Grundgedanke dahinter: Die Stofftiere werden eingesammelt und einer karitativen Stiftung übergeben. 

Und auch für den Fall, dass die Gastgeber das signalgebende Tor nicht erzielt hätten, hatten sie einen Plan: »Bei null Toren werden alle Teddys nach dem Schlusspfiff auf das Spielfeld geworfen.« War dann gar nicht nötig. Und auch wenn das Tor von Frederic Zaragoza die 1:2-Niederlage gegen den Tabellenführer nicht mehr verhindern konnte — Sieger waren an diesem Tag beide Vereine.

Echte Liebe
TSV Dürrenbüchig - TSV Rheinhausen hieß es in der Kreisklasse B, Bruchsaal am vergangenen Wochenende. Mit 1:3 gingen die Gastgeber baden. Was ihren Torhüter offenbar zu der Ansicht verleitete: Wenn wir hier schon nicht gewinnen, knutsche ich wenigstens ihre Stürmer perplex. Mission erfüllt. 


Foto: Screenshot Facebook.com/FuPa - das regionale Fußballmagazin

Krachledern abseits
Bald auch auf einem Kreisliga-Platz in Eurer Nähe zu vernehmen, der neueste Schmähgesang gegen Unparteiische: »Zieht dem Schiri die Lederhosen aus!«


Foto: Screenshot Facebook.com/Amateurfußballer - Trinken, Grätschen und gute Freunde treffen