Helden der Unterklasse (48)

Achtung: Schiris altern schneller!

In Neuenkirchen bangen sie vor der Windstärke. In Remscheid kennt Thorsten Legat auch vor seinem Sohn kein Pardon. Und in Lehnerz spielt »German Nightmare« auf. Put the »ei« in Schönheit: Der Amateurfußball.

Screenshot Twitter/@ralfheimann

German Nightmare
Ihr liebt das Leben, Eure Gesundheit und spielt in oder besucht Partien der Hessenliga? Dann solltet Ihr Euch jetzt einen Namen und ein Gesicht besonders gut einprägen. Denn mit Christian Eckerlin, Linksaußen des TSV Lehnerz, wollt ihr nicht auf dem falschen Fuß die Wege kreuzen. Schließlich kickt der gute Mann nicht nur gegen den Ball, sondern nebenher auch Menschen. Und wird dafür auch noch gefeiert. Als »Mixed Martial Arts«-Kämpfer mit dem Poesie-Album reifen Rufnamen »German Nightmare«.

Doch wer glaubt, so einer ist Wochenende für Wochenende als »Epizentrum Rudelbildung« unterwegs, sieht sich getäuscht; das Gegenteil ist der Fall. So erzählte sein Trainer Henry Lesser unlängst im Hessischen Rundfunk: »In Baunatal hatten wir ein sehr hektisches Spiel und es gab eine Rudelbildung. Dann ist Christian dazugekommen und sein starrer Blick hat gereicht, dass sich die Situation beruhigt und die Meute sich aufgelöst hat.« Wir würden Euch trotzdem raten, der Nummer 17 des TSV Lehnerz stets freundlich zu begegnen. Fun-Fact am Rande: Mit welchem Bundesliga-Profi ist »German Nightmare« so richtig dicke? Richtig, mit Ivo »Kopfnuss« Ilicevic. 


Foto: Screenshot facebook.com/christianeckerlinmma

Ernüchternde Pokalfahrt
Beim Bier hört der Spaß aber auch wirklich auf!


Foto gefunden bei und Screenshot von facebook/Kreisligafußball - Das Bier gewinnt

Mit Auge in die siebte Liga
Unbeugsame Wahrheit aus dem Orkus des Phrasenschweins: »Die Zeiten ändern sich.« Früher konnte man noch Coldplay hören, ohne zwangsläufig einen Termin beim HNO-Arzt zu buchen. Früher war der »Antanztrick« noch hohe Flirtschule. Und früher waren Fußball-Weltmeister auch nach ihrem größten Triumph noch vom Glück gelitten. Doch zumindest die Weltmeister von 1990 haben in der Karriere nach der Karriere zumeist vermeintlich auf Treibsand gebaut. Icke Häßler? Trainiert bald einen Berliner Achtligisten. Jürgen Kohler? SC Hauenstein, fünfte Liga. Jürgen Klinsmann? Nationaltrainer eines Fußball-Entwicklungslandes. Und jetzt trifft es selbst den, der doch schon am süßen Nektar des Anschluß-Erfolgs geschleckt hat — Klaus Augenthaler. Einst immerhin beim 1. FC Nürnberg, Bayer Leverkusen und dem VfL Wolfsburg an der Seitenlinie, deutet nun alles darauf hin, dass Augenthaler zur neuen Saison als Trainer beim SV Donaustauf einsteigt. Bezirksliga Oberpfalz-Süd. Was ihn dazu bewegt? Wir werden es sicher bald erfahren. Bis dahin tippen wir einfach darauf, dass die letzte E-Zigarette schlecht war. 


Foto: Screenshot Youtube/PowerCigs