Helden der Unterklasse (47)

Freischwimmer

In Freisingen baumelt ein Stürmer an der Latte, in der B-Klasse verlieren beide Teams einer Partie und der FC Remscheid wird von RTL unterwandert. Auch diese Woche sexy wie der »Bachelor« von übermorgen: Der Amateurfußball.

Screenshot ZWWDF

Freisenbruch Murder Mystery
Dramatisches aus der Kreisliga B: »Beim TC Freisenbruch 02 freut man sich auf prominenten Besuch. Kurz bevor dieser nebst Pressetross im Waldstadion eintrifft, entdeckt der 1. Vorsitzende, dass der Stürmer an der Querlatte baumelt.« Aber keine Sorge, alles nur Unterhaltung. Das vermeintliche Verbrechen ist nichts weiter als Prosa. Mithin ist der TC damit »der erste Essener Fußballverein mit einem eigenen Krimi!«, wie es auf der Facebook-Seite des Vereins heißt. »Krimmini« heißt die Buch-Reihe, in deren Rahmen der Klub nun mal mindestens Teil der Literaturgeschichte wird. Was sicher auch beim ehrgeizigen Langzeitprojekt des Vereins behilflich sein wird — den TC Freisenbruch unter die Top100 der beliebtesten deutschen Fußballvereine zu hieven. Zumindest in den sozialen Netzwerken. Und was soll man sagen?! Sie sind auf dem besten Weg und liegen aktuell auf einem sensationellen 111. Platz. Aber schließlich gehen sie auch über Leichen.

Opfer gegen Opfer
Auch ein Krimi: Die Partie zwischen dem FC Konzenberg und Türk Genclerbirligi Günzburg II. Die fand zwar schon am 15. November des vergangenen Jahres statt, doch das Ergebnis wurde erst jetzt ermittelt. Vor Gericht. Denn das Spiel hatte es in sich. Einem Foulspiel folgten Rudelbildung und Tätlichkeiten, so dass sich der Schiedsrichter nach einer ersten Spielunterbrechung nicht in der Lage sah, die Partie wieder anzupfeifen, wie fupa.net berichtet. Die mündliche Anhörung, die das Sportgericht nun anberaumt hatte, warf eher noch dunklere Schatten auf das Geschehene. Und so lautete das ungewöhnliche Urteil: Niederlage für beide Teams, jeweils 0:2 Tore und 50 Euro (!) Strafe. Denn nach den einvernommenen Zeugenaussagen fand sich kaum überhaupt noch jemand, der sich nicht an den Tumulten beteiligt hatte. Einziger Trost: Die Paarung wird es in dieser Saison nicht erneut geben — das Aufeinandertreffen im November war zum Glück bereits Teil der Rückrunde in der B-Klasse Donau-West.

Vom LKW gefallen
Er hat den perfekten Namen für einen mexikanischen Drogenboss, über 100 Spiele in Kroatiens erster Liga absolviert und wechselt nun in die Verbandsliga Hessen Nord: Marko Kartelo. Dabei ist der Mann mit der Anmutung eines Spitz-Meißels gerade einmal zarte 34 Jahre alt und hielt seine Knochen noch bis zuletzt in Kroatiens zweiter Liga gegen jeden Angriff. Warum wechselt so einer, dem doch die Welt offen stehen muss, in die sechste Liga? Die Antwort liefert Neuhofs sportlicher Leiter, Alexander Bär, gegenüber torgranate.de: Es sei ein »dankbarer Zufall« gewesen. Aha. Klingt nach »vom LKW gefallen«. Vielleicht ist Kartelo aber auch einfach ein Sternenfänger. Denn wofür ist Neuhof bis zu drei Meter über seine Grenzen hinaus bekannt? Eben: Für seinen Planetenwanderweg!


Ob Marko Kartelo wirklich weiß, wo er gelandet ist? Foto: Screenshot torgranate.de