Helden der Unterklasse (37)

Platzverweis wegen Fahnenwurf

Das TV-Highlight des Jahres
Freunde, mal angenommen, ihr seid von Sinnen und der festen Überzeugung, den Partner eures Lebens gefunden zu haben. Weiterhin angenommen: Ihr spielt selbst im Amateur-Bereich und/oder seid aus welchen Gründen auch immer der festen Überzeugung, ihr/oder das Team eures Herzens würde(t) am 28. Mai 2016 keinesfalls spielen und ihr also könntet dem Ehe-Partner, der euch bald schon an den Eiern des schlechten Gewissens packt, zumindest an eben jenem Tag im Mai das Treue-Gelübde oder auch sonst etwas versprechen: Think again!

Denn die ARD, dieses eigentliche Synonym der Geldverschwendung, plant für just diesen Tag eines der größten Highlights des Jahres – eine Landespokal-Finalspiel-Konferenz. 21 Amateur-Final-Pokal-Spiele zu drei Anstoss-Zeiten wollen die Gralshüter des öffentlich-rechtlichen Wahnsinns in unsere Wohnzimmer prengeln, wie unter anderem fanreport.com berichtet. Und damit wir, die geneigten Fans, nicht vorschnell in absegnende Gefälligkeit abdriften, hat der Rundfunk-Rat des Schwachsinns sich etwas ganz besonderes Dummes einfallen lassen: »Eine Beteiligung an den generierten TV-Geldern soll es für die Finalisten nicht geben.« Wäre ja auch noch schöner gewesen, die ARD hätte die Chance genutzt.

Skandaaaal
Aus der Reihe »In Klassiker-Verdacht und besser spät als nie«: Die SG Elbert. Denn die spielten zwar laut fussball.de bereits im September, dem Wonnemonat für eher herbstlich Beschwingte, gegen die SG Westerburg. Und gewannen spätsommerlich gemütlich mit 2:0. Aber nicht etwa hessisch-herkömmlich. Nein, die SG Elbert machte es besonders, stellte im Co-Trainer der Heimmannschaft wegen akuter Mangelerscheinung auch den dritten Offiziellen und sorgte damit für einen Ausdruck deutscher Strenge; für den uns das Ausland vollkommen zu Recht zugleich bewundert wie verachtet. Obgleich die Partie in den Gastgebern einen relativ souveränen Sieger sah, war sie nicht frei von »Skandalen«. Denn beim vorentscheidenden 2:0 für die Gastgeber wirft »Bruno F. die Fahne zu hoch«. Aber seht selbst:


Foto: Screenshot fussball.de

Der Superheld von Erkenschwick, 0.9
Länderspielpause bedeutet auch: Weniger sichtbare, schwachsinnige Torjubel. Weil die aber, wie jeder Unfall, die Sensationsgier des geneigten Zuschauers befriedigen, fehlen sie am Ende fast. Und weil der Amateurfußball zwar voll ist von Freaks, die das Spiel lieben, aber weniger von Selbstdarstellern belagert wird als der TV verwöhnte Profi-Fußball, müssen wir uns für den Moment mit denen behelfen, die den Wahnsinn im Namen tragen. Und damit also anschnallen, durchatmen und auf das Gute vertrauen. Und mithin also auf Spieler mit Supernamen. Denn hier kommt Batman, Deniz Batman. Der erkannte am vergangenen Wochenende die Not-Signale der Zeit und entschied mit seinem Treffer zum 2:0 mal eben die Partei der SpVgg Erkenschwick gegen den SV Schermbeck in der Oberliga Westfalen. Womit Erkenschwick für den Moment auf Platz acht der Tabelle rangiert. Batman ist eben auch nicht mehr das, was er mal war.