Helden der Unterklasse (27)

Ein HSV zum Verlieben

Es gibt ihn noch, den HSV, in den man sich ganz neu verlieben kann. Nur kommt der eben nicht aus Hamburg, sondern aus Hövelhof in Nordrhein-Westfalen. Und im Gegensatz zum »großen« HSV aus dem Norden, ist die »Macht von der Ems« sogar sportlich erfolgreich. Platz drei in der Landesliga Westfalen sind schließlich aller Ehren wert. Vor allem angesichts der finanziellen Sorgen, die den Verein seit einiger Zeit plagen.

»Sponsoren brachen weg, wodurch die Ausgaben die Einnahmen überstiegen. Dazu fehlten wichtige Investitionen in die Infrastruktur und den Nachwuchs, wodurch uns immer wieder gute junge Spieler verließen«, erklärt Erol Bayram, langjähriges und aktives Vereinsmitglied gegenüber »nw.de«. In Hamburg pumpt man in solchen Fällen die eigenen Fans oder stinkreiche Mäzene an. Andernorts werden die Mannschaften schlichtweg abgemeldet. In Hövelhof hingegen fand man einen dritten Weg, mitten ins Herz jedes Fußball-Romantikers: Die Mannschaft verzichtet in der kommenden Saison geschlossen auf jegliche Gehalts- und Prämienzahlungen. Ach, Hövelhof, meine Perle!

Crowdfunding gegen St. Pauli
Hat auch kein Geld: BK Frem aus Dänemark. 2010 ging der sechsmalige dänische Meister in die Insolvenz und damit zurück in den Amateurfußball. Inzwischen hat sich der Klub neu aufgestellt, die Finanzen geordnet und auch sportlich wieder Fuß gefasst. Zurück in der dritten Liga ist also eigentlich alles gut. Und dennoch haben die Fans des 1886 gegründeten Traditionsvereins noch Wünsche. 

Der derzeit drängendste Wunsch: Ein Freundschaftsspiel gegen den Bruder im Geiste, den FC St. Pauli. Der hat dem Bitten zwar bereits nachgegeben und sich bereit erklärt, am 5. Juli in Kopenhagen aufzutauchen. Doch um ein anständiges Umfeld zu schaffen, braucht es auch beim BK Frem und dem FC St. Pauli den schnöden Mammon. Mit einer Crowdfunding-Aktion soll auch dieser Stolperstein aus dem Weg geräumt werden. Und es sieht so aus, als ob die jüngere Erfolgsgeschichte des BK Frem auch an dieser Stelle weitergeschrieben werden kann. Bei noch fünf verbleibenden Tagen fehlen weniger als 1000 Euro. Wenn auch ihr der guten Sache dienen wollt, schaut einfach hier vorbei. Alle anderen schauen dieses Video.

Das Bier im Wir
Unsere Mannschaft der Woche: Der TSV Sabbenhausen. Die Gründe dafür liegen auf der Hand. Da ist zum einen die souveräne Meisterschaft in der Kreisliga B, Detmold. 74 Punkte und 112 Tore aus 28 Spielen sind für sich schon aller Ehren wert. Doch die Mannschaft überzeugte auch charakterlich und versprach für das abschließende Heimspiel gegen die zweite Mannschaft des Hakedahler SV Freibier für die Fans. Und hielt selbstverständlich Wort. Nicht ohne die Anhänger beim 7:1-Erfolg auch noch sportlich zu beschenken. Um zum Abschluss auch optisch zu überzeugen. So sehen Sieger aus.

Foto: Screenshot »awesa.de«