Helden der Unterklasse (25)

Amateur porn

In Wagenfeld sponsort der örtliche »Party-Treff«, in Großberg hat das Spiel 82 Minuten und in Heßler übernimmt ein brasilianischer Nationalspieler die A-Jugend.

imago

Echte Liebe
»Dolce Vita« heißt der neueste Sponsor der TuS Wagenfeld aus der vierten Kreisklasse Diepholz Süd. Klingt nach dem Italiener ums Eck, der garantiert von jedem, nur keinem Italiener betrieben wird. Ist aber ein »Partytreff«. Also ein Erotikschuppen. Für 1500 Euro deckte dessen Besitzer die zweite Mannschaft aus Wagenfeld mit neuen Trainingsklamotten ein, berichtet »kreiszeitung.de«, und auch davon, dass eigentlich alles nur ein Zufall gewesen sei. 

Denn ursprünglich hätten die Kicker bei der Suche nach einem Sponsor auf ihr Stamm-Bistro »Pohly’s Snack Eck« gehofft. Doch der örtliche Imbiss-Mogul hatte sein Rest-Budget offenbar bereits für den neuen Internetauftritt veranschlagt und verwies gnädig auf das »Dolce Vita«. 

Zu einer Vor-Ort-Besichtigung beim neuen Sponsor durch die Mannschaft ist es laut Trainer Marco Sandmann noch nicht gekommen. Außerdem »ist und bleibt das Vereinsheim das Landhaus Wiedemann«. Schade eigentlich. Denn im »Dolce Vita« gibt es seit Kurzem neben Pool und »lebendem Buffet« auch »professionelle Massagen« und mithin also alles, was das Fußballer-Herz begehrt.

Ein Spiel hat 82 Minuten
2:7 steht es im Heimspiel des TSV Großberg gegen den TSV Bernhardswald, als der Schiedsrichter den Schlusspfiff unter diese Partie der Kreisklasse Regensburg setzt. Nur leider mindestens acht Minuten zu früh. Finden zumindest die Assistenten des Unparteiischen, die ganz genau gestoppt hatten und ihren Vorgesetzten daraufhin mit aller gebotenen Vorsicht auf sein recht offensives Zeitempfinden hinweisen. Mit Erfolg. Nach kurzer Beratung schickt der Schiri nach den bereits in die Kabine entschwundenen Spielern der Heimmannschaft. »Vier habe ich dann noch gefunden, die noch nicht nackt waren«, berichtet Großbergs Vorstandsmitglied Jan Brucker auf »mittelbayrische.de«.

Die erklären sich bereit, das Spiel gegen die noch auf dem Platz weilenden Gäste zu Ende zu bringen. Ein Nichtangriffspakt wird vereinbart. Und gebrochen. Einer der verbliebenen Großberger Feldspieler zieht ab — und trifft. »Das war etwas komisch«, findet nachher der Gästetrainer. »Das war ein Versehen«, meinen die Großberger. Nur gut, dass bis zum zweiten Schlusspfiff der Partie noch etwas Zeit war. 3:8 hieß es demnach nach dann wirklich 90 Minuten. 

Samba di Mineiro
Er hat 24 Länderspiele für Brasilien absolviert, hat für den FC Sao Paulo und Chelsea gespielt und schreckte selbst vor Hertha und Schalke nicht zurück. Mineiro hat es weit gebracht in seiner Karriere, die ihr Ende 2011/12 beim TuS Koblenz in der Regionalliga West fand. 

Und auch nach der Profi-Karriere beweist Mineiro ein Händchen für das Außergewöhnliche. Hessler 06 heißt nun seine erste Trainer-Station. Doch Mineiro übernimmt nicht etwa die erste Mannschaft des Gelsenkirchener Stadtteilvereins, sondern dessen A-Jugend. Wobei selbst dieser Posten nicht frei Haus geliefert worden zu sein scheint, wie die recht selbstbewusste Formulierung des Kreisligisten vermuten lässt: »Nach intensiven Gesprächen zwischen der Vorstandschaft und der sportlichen Leitung ist die Wahl auf den Ex-Profi Mineiro« gefallen. Wir wissen leider nicht, wer noch zur Wahl stand, vermuten aber, dass mindestens Peter Neururer und Lothar Matthäus ebenfalls Interesse angemeldet hatten.