Helden der Unterklasse (20)

Sheffield Calling

Sheffield umwirbt Jürgen Klopp, Bergheim vermisst Lukas Podolski und Ribery ist fit für Porto.

Screenshot Sheffield F.C.

Klopp nach Sheffield!
Fragen, die die Welt bewegen: Wenn Alleskleber alles klebt, warum dann nicht an der Innenseite der Tube? Warum hat Tarzan keinen Bart? Und was macht Jürgen Klopp ab der nächsten Saison? Nach England dränge es ihn, sagen die, die ihn am wenigsten kennen, aber am meisten gehört werden wollen. Gut, dachte sich der Sheffield Football Club und verkündete auf seiner Facebook-Seite selbstbewusst: »Dear Jürgen Klopp, if you are looking for a true challenge in England, we are happy to discuss.« 

Er sollte sich schleunigst melden, denn mehr englischer Fußball geht nicht. Schließlich ist der 1857 gegründete Sheffield Football Club der älteste noch bestehende Fußballverein der Welt. Und auch sonst bietet der Klub alles, was ein leidenschaftlicher Pionier wie Klopp braucht. Ein 2089 Zuschauer fassendes Schmuckstück von Stadion, eine solide Fanbasis (36.000 Fans auf Facebook!) und eine Mannschaft, die nach Verbesserung giert. Derzeit steht der Verein auf Platz 16 der »Evo-Stik League First Division South« — schlappe sechs Aufstiege in Folge, und schon ist Kloppos Traum von der Premier League Wirklichkeit. 

Talfahrt in Bergheim
Es läuft nicht für Lukas Podolski. Bei Inter Mailand zum Bankdrücker verkommen, schwächelt jetzt auch noch der FC Bergheim, Poldis Heimatverein. Jener Klub, der seine Heimspiele stolz auf dem »Lukas Podolski Platz« austrägt. Nur leider mit zunehmend weniger Erfolg. Platz 15 in der Verbandsliga Mittelrhein, 13 Punkte Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz. Zu allem Überfluss gesellen sich zum sportlichen Niedergang nun auch finanzielle Probleme, der Spielbetrieb liegt auf Eis. 

»Den Jungs und dem Trainerstab wurde mitgeteilt, dass sie nicht mehr bezahlt werden können. Sie müssten also ohne Aufwandsentschädigung weitermachen«, sagte der sportliche Leiter des Vereins dem »Kölner Stadtanzeiger«. Und Podolski, der den Verein in der Vergangenheit regelmäßig unterstützt hatte, habe sich in Bergheim schon seit längerem nicht mehr blicken lassen. Muss sich der Verein eben mit einem Bonmot seines berühmten Sohnes behelfen: »Jetzt müssen wir die Köpfe hochkrempeln. Und die Ärmel natürlich auch.«

Erbarmen, Ossendorf
Über Germania Ossendorf, Deutschlands erfolgloseste Mannschaft, haben wir an dieser Stelle bereits berichtet. Die sportliche Bilanz damals, nach Abschluss der Hinrunde: 16 Spiele, 16 Niederlagen, 11:227 Tore. Inzwischen ist der Ligabetrieb wieder auf vollen Touren. Zeit, den Blick erneut nach Ostendorf zu wenden. Um schnell wieder wegzuschauen. Die gute Nachricht vorab: Seit Beginn der Rückrunde hat der Klub immerhin vier eigene Tore erzielt. Blöd nur, dass dem 108 Gegentore entgegenstehen. Macht unter dem Strich und wenig überraschend 23 Niederlagen nach 23 Spielen. Und es wird eher noch schlimmer.

Vor zwei Wochen setzte es in Flittard ein deftiges 0:35. Zwei Ossendorfer Spieler verließen während der Partie demotiviert den Platz, darunter der Torwart. Und dennoch trat die Mannschaft auch an diesem Wochenende wieder an und holte sich im Heimspiel gegen den Vorletzten Prometheus eine 0:10-Klatsche ab. Wir sind trotzdem Fan und verleihen hiermit die »Oliver Kahn Ehrennadel« in kreisligaaschebraun für vorbildliches »Weiter, immer weiter«. Durchhalten, Ossendorf!