Helden der Unterklasse (18)

Rütteltest für die Stadionsicherheit

Die den Platz saugen
Beim TSV Schwabmünchen ist man zu Recht stolz auf sein breit gefächertes Sportangebot und die dazugehörigen Sportstätten. Tennisplätze und Tennisheim, Dreifachturnhalle (!) und Freigelände gehören ebenso dazu wie der Stockschützenplatz, der Inline-Hockeyplatz oder die Bogensportanlage. Doch am wichtigsten ist auch in Schwabmünchen der Fußballplatz, Heimat eines stolzen Bayernligisten mit Abstiegssorgen. 

Bei nur noch einem Punkt Vorsprung auf einen direkten Abstiegsplatz sind demnach alle gefragt, nach dem Unwetter mit anzupacken. Auch die einheimische Feuerwehr. Und so versuchten die eifrigen Helfer den Platz vor dem wichtigen Spiel gegen den DJK Vilzing von den Unmengen Wasser zu befreien, die im Laufe der vergangenen Woche auch über Schwabmünchen hinunter gekommen sind. Mit überschaubarem Erfolg.

0:2 hieß es am Ende und auch die Samariter der Feuerwehr verrichteten ihr Werk angesichts von 90 Minuten Dauerregen schließlich umsonst. 



Die Kartoffeln aus Homberg
In der vergangenen Woche tadelten wir den VfB Homberg noch als die »Bad Boys« des deutschen Fußballs. Diese Woche müssen wir eingestehen: Wo rohe Kräfte sinnlos walten ist offenbar trotzdem auch Platz für Feinsinn. Denn nach der Niederlage gegen die SV Hönnepel-Niedermörmter überraschte Hombergs Trainer Günter Abel mit folgender Prosa: 

»Ich hatte das Gefühl, als hätten sieben, acht Mann mit einem Sack Kartoffeln auf dem Rücken gespielt. Ich erwarte, dass sie den wieder abschnallen, einfach rausgehen und gewinnen wollen. Da ist es auch egal gegen wen.«

Sagte es und schloss seine Betrachtungen mit der folgenden, nachdenklich stimmenden Aussicht ab: »Wir können uns nicht mehr aussuchen, gegen wen wir gewinnen.« Die Jungs des VdS Nievenheim, gegen die es am nächsten Wochenende geht, sollten also gewarnt sein. 

Rütteltest am Flutlichmasten?
Aprilscherze machen auch vor der Fußballwelt nicht Halt — zum Glück! Und auch in Haldern hatte man in diesem Jahr einen besonders großen Clown gefrühstückt. Vielleicht war der Aprilscherz der SV Haldern aber auch mit der Hoffnung verbunden, den Konkurrenten aus Bocholt vor dem direkten Aufstiegsduell zu verunsichern.

Jedenfalls verlautbarte der Klub am 1. April, dass Orkan Niklas einen Flutlichtmasten des Lindenstadions in die Knie gezwungen habe. Grund zur Sorge bestehe aber nicht. Ein »Rütteltest an den verbliebenen sieben Fluchtlistmasten habe keine akute Gefährdung ergeben.« So lange es windstill bleibe, schätze man die Anlage als sicher ein, hieß es weiter.

Die Lokalzeitungen schluckten die Ente, der Verein hatte seinen Spaß. Ob die Gäste aus Bocholt im Spitzenspiel nun fortwährend in Richtung der Flutlichtmasten starrten, ist nicht überliefert. Das Spiel jedenfalls endete wenig unterhaltsam mit 0:0. Keine Pointe. 

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Ihr habt gelesen, wie ein Team mit nur sieben Feldspielern eine Partie gewann? Der Stürmer des Nachbardorfklubs läuft mit Mike-Werner-Gedächtnis-Frisur auf? Ihr müsst jede Woche auf einem Platz antreten, auf dem sonst die Kühe weiden? Schickt uns gerne Hinweise auf kuriose Amateurgeschichten an unterklasse@11freunde.de (Betreff: Helden der Unterklasse).