Helden der Unterklasse (18)

Ein Tor, wie aus lila Wolken gefallen

Klassenerhalt trotz Abstieg
Die SG Werden verliert und verliert und verliert. Gleich 16 Spieler meldeten sich zur Winterpause aus der Mannschaft ab. Seither hat die Mannschaft aus der Kreisliga B Spieltag für Spieltag Probleme, überhaupt elf Mann auf den Rasen zu bekommen. Anfang Februar gelang nicht einmal mehr das. Zu Zehnt traten die Werdener bei DJK St. Winfried Kray an. Nach der ersten Halbzeit und einem 0:8-Rückstand warf die Truppe das Handtuch.

Ende März fanden sich dann sogar nur noch neun Mann ein. Immerhin spielte man diesmal 90 Minuten durch. Am Ende hieß es trotzdem 0:13. Die Tabelle liest sich dementsprechend ernüchternd. Nach dem ersten Spieltag, einem 4:1-Auswärtssieg, setzte es fast nur noch Prügel. Zwei Unentschieden bei 24 Niederlagen und 19:146 Tore lautete seither die Bilanz. Der Abstieg scheint unvermeidbar.

Und trotzdem schaut man in Essen Werden ganz entspannt in die Zukunft. Den Grund dafür liefert die zweite Mannschaft des Vereins. Die spielt nur eine Klasse tiefer und dort alles in Grund und Boden. Nach 13 Siegen aus 14 Spielen und 105:10 Toren führt man die Tabelle der Kreisliga C souverän an. Dem Tabellendritten aus Rellinghausen ist man bereits uneinholbar entwischt. Beim bis dato hartnäckigsten Verfolger, Yurdum Spor Essen, wurde man vor Wochenfrist mit einem 6:0 Auswärtssieg vorstellig.

Viel Freude, viel Leid also in Werden. Und am Ende der Saison bleibt alles beim alten und der Verein trotz Auf- und Abstieg auch in der nächsten Saison sowohl in der Kreisliga B, als auch der Kreisliga C vertreten. Bis dahin heißt es für die noch höherklassig spielenden Jungs: Schaulaufen für die zweite Mannschaft.

Lila Wolken
»Warum unterstützt jemand einen Sechstligisten, wenn der große Bundesligist gleich um die Ecke spielt«, fragten wir im Herbst vergangenen Jahres und gingen dabei unter anderem bei Tennis Borussia Berlin auf Spurensuche. Ein Verein, der einst ganz hoch hinaus wollte, und tief unten wieder aufschlug. Zumindest sportlich.

Denn gerade der Fall Tennis Borussia beweist, dass Vereine auch dann eine Relevanz haben, wenn es sportlich mal gerade nicht so läuft. Wie insbesondere die Initiative »Fußballfans gegen Homophobie« beweist, die in den Reihen der Tennis Borussia-Anhänger ihren Ursprung fand. Die freuen sich natürlich trotzdem, dass es auch sportlich langsam wieder aufwärts geht. Und so streiten sich die »Veilchen« in dieser Saison mit einer anderen Berliner Legende um den Aufstieg aus der sechstklassigen Berlin-Liga — Tasmania Berlin.

Bei noch acht ausstehenden Spielen und vier Punkten Vorsprung auf Tasmania spricht derzeit einiges für den Tabellenführer von Tennis Borussia. Und ganz nebenbei schießt man solche Traumtore. Da schließen wir uns dem Jubel des Mannschaftskameraden aus dem Video doch glatt an: »Hendschke, jaaa, Hendschke!«