Helden der Unterklasse (14)

Trikots vergessen, Platz nicht gefunden

Habemus Mährer

Was haben wir gebibbert und gehofft, dass es etwas werde mit dem Chef-Mährer für Hessen Kassel. Und endlich — Habemus Mährer!

Uwe Patzel heißt der Auserwählte, ist seit Jahrzehnten (Selbstauskunft) Kassel-Fan, Biker (Angabe des Vereins) und ganz gierig auf die neue Aufgabe: »Ich möchte meinen Beitrag dazu leisten, dass der KSV sich stetig weiterentwickelt. Ich freue mich auf die Aufgaben, endlich kann ich mal richtig abmähren!« Ja, Glückwunsch, schallern wir nach Hessen, nicht ohne mit leichter Enttäuschung festzuhalten, dass sein neues Aufgabengebiet merkwürdig anmutet. So umreisst es der findige Geschäftsstellenleiter des Vereins, Torsten Pfennig, der Dieter Bohlen des Mährer-Scoutings, wie folgt: »Natürlich wird Uwe bei den Spielen über gewisse Situationen vor dem Spiel mähren. Das sind dann aber abgesprochene Dinge, die mit ein wenig Selbstironie und Humor versehen sind.«

Ein Chef-Mährer, der nach Drehbuch meckert was dem Verein gefällt? Wir mähren das einen Skandal! Sind aber umgehend durch den Fußballgott besänftigt. Zur Premiere von Mährer-Uwe setzte es eine 0:1-Niederlage bei Wormatia Worms. Der Treffer fiel in der Nachspielzeit. We call it Karma. Und für alle, die sich selbst von der sportlichen Selbstjustiz des Schicksals nicht einnehmen lassen wollen, empfehlen wir einen Blick in die offizielle Vorstellung des neuen, schwachen Mannes bei Hessen Kassel. Sekundenschlaf garantiert! (Tipp: Youtube-Videos lassen sich auch in doppelter Geschwindigkeit abspielen!)



Trikots vergessen, Platz nicht gefunden

Kreisliga B1, Rees-Bocholt. Das Knallerspiel des 14. Spieltags? Eindeutig TuS Drevenack II gegen Olympia Bocholt II. Wegen der funky Vereinsnamen, der sportlichen Brisanz. Nach der Hinrunde lagen schließlich beide Teams punktgleich am trübsten Ende der Tabelle. Jeweils vier Punkte sammelten die Klubs in 13 Spielen, jeweils mit einem Sieg und einem Unentschieden. Ansonsten hagelte es Niederlagen. Zusammengenommen standen ein Torverhältnis von 18:103 und zehn Punkte Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz zu Buche.

Klar, dass die Anspannung angesichts dieser heiklen Ausgangslage groß war. So groß, dass die Gäste aus Bocholt vergaßen, ihre Trikots einzupacken. Kein Problem, dachte sich ein eifriger Helfer und machte sich auf den Weg in die etwa 30 Kilometer entfernte Heimat, um die Trikots zu holen. Alles für die Mission Klassenerhalt. Leider hat er dann »unseren Platz nicht gefunden«, wie der Trainer der Gastgeber, Manuel Pröhl, trocken konstatierte.

Eine halbe Stunde wartete Schiedsrichter Alexander Nawrath über die geplante Anstoßzeit hinaus, ehe er sich dazu entschied, der traurigen Hoffnung das Leben auszuhauchen. Wie das Spiel schlussendlich gewertet wird, obliegt nun der »Kreis-Spruchkammer«. Und auch wir leisten unseren Teil an der (zukünftigen) Gerechtigkeit. Denn wir wären nicht das allseits beliebte Service-Magazin der guten Laune, würden wir nicht Vorsorge betreiben. Also:

Autobahn A3, Ausfahrt 6-Wesel. Auf B58 in Richtung Wesel/Schermbeck fahren. Nach 400 Metern: Rechts abbiegen auf Schermbecker Landstraße/B58. Nach 1,7 Kilometern: Rechts abbiegen auf Hühner Straße. Das Ziel befindet sich auf der linken Seite.