Hat sich das Mäzentum in Deutschland gelohnt?

Vereine als Unternehmen

Fußball ist ein knallhartes Geschäft geworden. Nur eben ausgeleuchteter. Heute sind moderne Fußballklubs von ihrer Wirtschaftskraft her vergleichbar mit mittelständischen Unternehmen, sie bewegen Haushalte im zwei- bis dreistelligen Millionenbereich. Erschwerend kommt hinzu, dass Fußball von Menschen gespielt wird und nicht von Maschinen. Maschinen arbeiten mit berechenbar verlässlichem Leistungsauswurf. Im Fußball bleibt der Faktor Mensch mit seinen vorzüglichen Stärken und den oft allzu verständlichen Schwächen. Selbst bei größtmöglicher Leistungsbereitschaft des Einzelnen ist nicht garantiert, dass der Ball vom Pfosten ins Tor oder zurück ins Feld springt.

Oft genug schon hat ein Tor über alles entschieden. Im Fußball gilt das Wort des früheren Vorstandvorsitzenden des Hamburger SV, Bernd Hoffmann, der die Chancen und Risiken im Fußballgeschäft griffig abwog: »Das Ziel im Fußball ist größtmöglicher sportlicher Erfolg bei Vermeidung der Insolvenz.«

Ohne Hack geht in Fürth nichts

Bernd Hoffmann ist ein allseits geschätzter Kaufmann, der über Erfolg in seiner Kernkompetenz den Weg zum Vorstandsvorsitzenden bei einem Fußball-Traditionsverein geschafft hatte. Bis er irgendwann der Idee aufgesessen war, genug Fußballspiele geschaut zu haben, um eine Expertenschaft für sich zu beanspruchen. Hoffmann ist darin kein Einzelfall in der von Eitelkeiten geprägten Szene.

Ein Blick nach Fürth beispielsweise. Dort führt Helmut Hack das führende Fußballunternehmen, es spielt seit dieser Saison in der Bundesliga, aber wohl nicht mehr lange. Auch der 63-Jährige genießt in der Region Anerkennung für Engagement und Einlagen. Doch auch ihm soll es schwerfallen, Aufgaben, die nicht seiner Profession entsprechen, zu delegieren. Es heißt, ohne Hack gehe bei der SpVgg Greuther Fürth gar nichts. So wird ihm eine Mitschuld an den Fehlkonstruktionen im Spielerkader vorgeworfen, da er höchstselbst den einen oder anderen Transfer getätigt habe, der inzwischen gefloppt ist.

Dietmar Hopp machte aus dem Softwareunternehmen SAP eine Weltmarke. Helmut Hack führt erfolgreich die Geschäfte des Tee-Imperiums Martin Bauer im Landkreis Erlangen-Höchstadt. Die Wirtschaftslenker Hopp und Hack erleben gerade, wie wenig sich ihr Erfolgsmodell aus der Wirtschaft auf den Fußballbetrieb übertragen lässt. Das ist nicht mehr nur ein Gefühl.