Hat Mauretaniens Präsident ein Finale vorzeitig beendet?

Ein Spiel dauert 63 Minuten

Der Staatschef von Mauretanien soll das Supercup-Finale vorzeitig abgebrochen haben, weil ihm langweilig war. Das weckt Erinnerungen an Bier und Malteser.

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Klar, Fußball soll eigentlich Spektakel sein. Nervenkitzel von Minute eins an. Chancen hüben wie drüben! Zumindest eine richtige Abwehrschlacht. Irgendwas. Bloß nicht langweilig.

Anregend wie Bauschaum-Bratwurst

Die Realität sieht freilich anders aus. Jeder Fan weiß: 90 Minuten können verdammt lang sein. Dann frieren wir uns im Stadion die Zehen ab und fragen uns minütlich, warum wir uns ausgerechnet heute ein torloses Remis in der Regionalliga geben. Oder entschlafen sanft in der Stammkneipe, weil die Bundesliga-Konferenz mal wieder anregend ist wie eine Bratwurst aus Bauschaum.

Vielleicht ist auch das ein Geheimnis der so dermaßen erfolgreichen Fußball-Videospiele. Da fungieren wir als Manager, steuern nicht nur das Spiel und die Spieler, sondern auch noch die Spielzeit. Zweimal vier Minuten, dafür aber reinstes Spektakel. Und wenn der Gegner einfach besser ist, schalten wir die Konsole aus, fühlen uns kurz schlecht, dann aber verdammt gut. Weil wir das Spiel nach unseren Regeln spielen.

Wir sind Masochisten – leider!

Als Zuschauer sind wir den 90 (oder sogar mehr) Minuten dagegen hilflos ausgeliefert. Wenn es mal öde wird, bleibt uns vielleicht noch die Flucht aus Stadion, Kneipe oder TV-Programm. Doch sind wir leider gleichzeitig Masochisten, also sitzen (oder stehen) wir das aus, bis zum erlösenden Schlusspfiff.

Erinnert sei an dieser Stelle noch einmal an den legendären Auftritt des Schiedsrichters Wolf-Dieter Ahlenfelder, der im November 1975 die erste Halbzeit zwischen Werder Bremen und Hannover 96 bereits nach 32 Minuten abpfeifen wollte. Er ließ dann zwar weiterspielen, die Posse um den verfrühten Pausenpfiff war dennoch nicht mehr aus der Welt zu schaffen. Offizieller Grund für Ahlenfelders Fauxpas: Er hatte sich nach eigener Aussage ein Bier und einen Malteserschnaps vor dem Anstoß gegönnt, was die schöne Pointe zur Folge hatte, dass man bis heute in Bremer Kneipen Bierchen und Malteser auf den Tisch geknallt bekommt, wenn man einen »Ahlenfelder« ordert.