Hat Benfica das portugiesische Justizministerium unterwandert?

Warum Lissabon eine fünfjährige Sperre droht

Dass die großen Drei in Portugal sich regelmäßig gegenseitig wegen Korruption drankriegen wollen ist Volkssport wie der Fußball selbst. Immer wieder kommt es zu Untersuchungen und Punktabzügen. Alle Verfahren, die gerade gegen Benfica laufen, wurden entweder von Sporting oder Porto angestoßen. Durch Veröffentlichungen angeblicher E-Mails oder anonyme Tipps an die Behörden. Benfica selbst hat im letzten Jahr eine Liste der angeblich korruptesten Vereine in Europa veröffentlicht.

Das besondere an »E-toupeira« ist allerdings, dass Benfica vom Spielbetrieb ausgeschlossen werden könnte. Die Staatsanwaltschaft schreibt in einer Pressemitteilung, der Verein habe die Integrität der Justiz und die sportliche Loyalität gefährdet. Darauf steht im portugiesischen Recht eine Sperre von bis zu fünf Jahren.

»Die Gerichte werden unseren Ruf reinwaschen«

Die Beschuldigten geben sich dafür verhältnismäßig entspannt. »Die Anklage ändert nichts an unserer Gewissheit über die völlige Rechtmäßigkeit des Handelns und Verhaltens von Benfica, weder in diesem noch in anderen Verfahren«, erklärte Präsident Vieira vor einigen Tagen. Er vertraue in die Unabhängigkeit der Gerichte und sei sich sicher, »dass das endgültige Urteile den guten Namen und die Ehre von Benfica reinwaschen werde.«

Unbegründet ist Vieiras Hoffnung nicht. Für eine Sperre müsste bewiesen werde, dass Benfica die illegalen Daten zum eigenen sportlichen Vorteil verwendet hat. Ein Sportrechtsexperte, den die portugiesische Zeitung Diário de Notícias befragte, hält das für unwahrscheinlich. Realistisch gesehen, werde es wohl eher auf eine Geldstrafe hinauslaufen.

Auch Loureiro gab sich zuversichtlich als sich am Donnerstag öffentlich äußerte: Bald werde er seine Unschuld beweisen, sagte er, er habe nichts Illegales getan und werde weiter als Justizbeamter arbeiten. In Portugal sagt man: Ein alter Fisch kennt sich mit dem Angelhaken aus.