Gladbach-Bayern in der Spielanalyse

Endlich ein Gegner

Die Bundesliga kann aufatmen: Es gibt doch noch eine Mannschaft, die Bayern München Paroli bieten kann. Gladbach gegen den FCB in der Taktikanalyse.

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Es war ein bisschen wie in den Siebzigern. Nicht nur, dass das Spitzenspiel des 9. Bundesliga-Spieltags Borussia Mönchengladbach gegen Bayern München hieß. Auch viele Zutaten stimmten: Auf der einen Seite die ruhigen, abgezockten Bayern, die die Kugel laufen ließen. Auf der anderen Seite eine Gladbacher Mannschaft, die überfallartige Konter spielte.

Wie gewohnt: Xabi Alonso kurbelt

Auch im Jahr 2014 trafen in Gladbach und München zwei Teams aufeinander, die für unterschiedliche Philosophien stehen. Die Bayern übernahmen von Beginn an die Hoheit über den Ballbesitz. Guardiola entschied sich in dieser Partie für ein 4-3-3-System, indem sich Xabi Alonso wie gewohnt fallenließ und das Spiel ankurbelte.

Borussia Mönchengladbach setzte hingegen auf die Favre-Tugenden: Sie traten in einem kompakten 4-4-2 an und lauerten auf Konter. Ihr Defensivblock verschob dabei auf dem gesamten Spielfeld konsequent, fast immer waren alle elf Gladbacher hinter dem Ball. Sobald die Bayern an den Gladbacher Strafraum gelangten, rückten die Außenverteidiger leicht ein und die Außenstürmer nach hinten. So stand Gladbach im eigenen Sechzehner teilweise in einer sehr engen Sechserkette

Bis zu sieben Gladbacher in der Schlussoffensive

Gladbachs Ansatz war zwar recht defensiv, dennoch kann dieser Fußball kaum als Catenaccio bezeichnet werden. Spätestens in der zweiten Halbzeit wurden die Pressingattacken zahlreicher. Vor allem Christoph Kramer zeigte eine beeindruckende Partie. Immer wieder rückte er nach vorne und attackierte Xabi Alonso. Auch nach Kontern rückte Gladbach konsequent nach und igelte sich nicht ein. So beteiligten sich sechs bis sieben Spieler an der Gladbacher Schlussoffensive.