Geschichten aus der ersten Pokalrunde

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Erinnert sich noch jemand an Florian Fromlowitz? Der Keeper stand einst bei Hannover 96 vor einer ganz großen Karriere. Nachdem er ein paar Spiele ganz passabel gehalten hatte, machten einige Medien schon den großen Konkurrenzkampf mit Robert Enke auf. Doch Fromlowitz konnte die Erwartungen nicht erfüllen, er wechselte nach Duisburg und dann nach Dresden, heute ist er Ersatztorhüter bei Wehen Wiesbaden in der Dritten Liga. Weil es am Wochenende gegen seinen Ex-Klub 1. FC Kaiserslautern ging, ließ ihn Trainer Marc Kienle von Beginn an spielen. Fromlowitz machte seine Sache dabei recht gut, wenn es brenzlig wurde, war er da. So auch in der 86. Minute, als er einen Flitzer festhalten konnte. Blöd nur: im Elfmeterschießen hielt er keinen einzigen Schuss, Wiesbaden schied aus.

Nachtrag: Der Flitzer wird bei Youtube als »Der frechste Flitzer Deutschlands« angekündigt. Wir sind erstaunt, wie schnell man heutzutage Superlative verliehen bekommt: Ein bekleideter Junge, der bei einem langweiligen Pokalkick bei Wehen Wiesbaden aufs Feld rennt? Wir nennen uns ab sofort: Die frechsten Orthographen Deudschlants.


Nicht dass jemand sagt, wir würden nie über den FC Bayern berichten: Preußen Münster – FC Bayern 1:4. Dabei hielt der Drittligist lange Zeit gut mit. Pep Guardiala sagte nach dem Spiel: »Ich gratuliere meiner Mannschaft für ihre Seriosität.« Wir gratulieren Preußen-Torhüter Daniel Masuch, denn er hielt in der Nachspielzeit einen Elfmeter von Robert Lewandowski.  
 
Als wir schon dachten, die erste Pokalrunde sei beendet, kamen am Montagabend noch Kickers Offenbach und Dynamo Dresden um die Ecke und schmissen mit den ganz leckeren Sensationskamellen: Regionalligist Offenbach warf, in Unterzahl, den Zweitligisten FC Ingolstadt aus dem Wettbewerb. Standesgemäß für einen echten Pokalkrimi natürlich im Elfmeterschießen. Knallharte Analyse von Ingolstadt-Trainer Ralph Hasenhüttl: »Der OFC hat die Elfmeter einfach wesentlich besser geschossen als wir.«

Und dann waren da noch die Schalker, die mit breiter Brust nach Dresden fuhren, um dort mal eben Dynamo aus dem Weg zu räumen. Was bekanntlich nicht ganz funktionierte. 2:1 gewann der Drittligist vor heimischer Kulisse, die nach dem Schlusspfiff einen Jubelschrei produzierte, der ganz sicher auch noch in Gelsenkirchen-Buer zu hören war. Einer der Helden des Abends: Dynamo-Keeper Benjamin Kirsten, Sohnemann des großen Ulf. Schwatte Junior gegen Königsblau – was für eine Farbenpracht. Schön übrigens auch der auf einem Banner festgehaltene Reim der Dynamos in Richtung Otto-Fleck-Schneise: »An die Frankfurter Bonzenzentrale, wir haben genug Pokale«. 

Und sonst so? Neben dem FCN geht es auch Claudia Effenberg momentan nicht sonderlich gut. Sie sei, so berichtet die »Bild«, einem »bösen Shitstorm nach Arroganz-Attacke« ausgesetzt. In den vergangenen Tagen muss es einen unschönen Vorfall im »Big Brother«-Container gegeben haben, denn Claudia schrieb, dass ihre Facebook-Fans sie am »Arsch lecken« könnten. Für weitere Informationen besucht bitte die Klatschseite eures Vertrauens oder schickt eine kurze E-Mail an mittelfinger@tiger.de.