Geschichten aus der ersten Pokalrunde

Das ist grünes Licht!

Wenn man es eine Überraschung nennen will, dann bitte: RB Leipzig besiegte Bundesligist SC Paderborn mit 2:1 nach Verlängerung. Die Sachsen sind damit seit 18 Spielen unbesiegt. Eine Beinahe-Sensation sahen die Zuschauer derweil Illertissen, wo Werder Bremen mit Ach und Krach 3:2 in der Verlängerung gewann. Nach drei Pokal-Erstrunden-Pleiten in Folge, strotzte Robin Dutt je nach Blickwinkel vor Selbstbewusstsein oder Ironie: »Die kleine Weiterentwicklung hat stattgefunden. Wir sind weitergekommen, wir haben die Sensation geschafft!« Wir können nur applaudieren und prophezeien: Werder gehört nach dem Spiel zu den Meisterschaftskandidaten.

Eintracht Braunschweig wie Spanien 2010
 
Der Lokal-»Rivale« Bremer SV schlug sich ebenfalls sehr beachtlich. Braunschweig widerlegte dabei die These, dass der Ballbesitzfußball tot sei. Der Bundesligaabsteiger hatte 87 Prozent Ballbesitz und siegte gegen den Fünftligisten mit 1:0. Wir applaudieren auch hier und ziehen jetzt schon Vergleiche mit Spanien 2010. 
 
Nicht gut läuft es aktuell für Valerien Ismael und seinen 1. FC Nürnberg. Beim Drittligisten MSV Duisburg verlor der Bundesliga-Absteiger mit 0:1. Weil es in der  vergangenen Woche schon ein 1:5 im Frankenderby gegen Fürth gegeben hatte, ist die Stimmung auch bei den Fans eher mittelmäßig. Sie entrollten ein Spruchband (»Versager«) und sollen am Samstagmorgen Grablichter vor der Geschäftsstelle aufgestellt haben.

Krawall und Remmidemmi in Würzburg
 
Weil die Laune auch danach nicht stieg, machten sich einige Anhänger am Samstag auf den Weg nach Würzburg, wo die Kickers am Sonntag auf Fortuna Düsseldorf trafen. In der Innenstadt kam es zu Ausschreitungen zwischen Fortuna- und Club-Fans. Die Polizei schreibt: »Die Palette der festgestellten Straftaten beinhaltet u.a. Sachbeschädigung, Zechbetrug, Gefangenenbefreiung, gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz.« Als sich die Lage wieder zu beruhigen schien, sollen einige besonders spitzfindige FCN-Fans eine Verkehrsampel als Greuther-Fürth-Fans enttarnt haben. Sie rissen jedenfalls das grüne Licht heraus. Zeugen belauschten die zwei Täter danach bei folgendem Dialog:
 
– Das ist grünes Licht!
– Und was macht es?
– Es leuchtet grün!
 
Auch in Berlin gab es ordentlich Rabatz. Nach Frankfurts  überaus famosen 2:0-Sieg gegen Regionaligist Viktoria Berlin griffen laut »BZ« 10 bis 20 Vermummte ein paar Union-Fans an, die in der Kreuzberger Kneipe »Franken« saßen. Schnell wuchs die Gruppe der Angreifer »nach Angaben des Augenzeugen auf 100 Personen« an. Ein Teil soll Aufnäher von Eintracht Frankfurt getragen haben. Danach begann »ein wildes Scharmützel, bis das Martinshorn zu hören war und der erste Streifenwagen an der Oranienstraße eintraf«.