Gerardo Martino: Der neue Trainer des FC Barcelona

Lionel Messis Wunschtrainer

Es war nur eine Frage der Zeit, bis Paraguays Verband bei Martino anfragte. Er, gerade erst zu Südamerikas Trainer des Jahres gewählt worden, sollte die Albirroja zur WM in Südafrika führen. Er tat dies mit beeindruckenden Ergebnissen. In Asuncion besiegte Paraguay die drei großen Mannschaften Südamerikas: Brasilien, Argentinien und Uruguay. Martino sagte nach der Qualifikation, dass er könnte nun »zufrieden sterben« könne. Bei der WM stieß das Team überraschend bis ins Viertelfinale vor. 2011 beendete er überraschend seine Tätigkeit, die »Mission Paraguay« sei nach der Finalteilnahme an der Copa America beendet. Was nun?

Der argentinische Fußball: Dreckig und hysterisch?
 
Martino war drauf und dran, kolumbianischer Nationaltrainer zu werden, doch dann kam das Angebot, in die Heimat zurückzukehren. Dabei schien es zuletzt ausgeschlossen, dass er wieder in Argentinien arbeiten würde. Einmal sagte er, der argentinische Fußball verachte Ästheten. Es komme seinen Landsleuten nur auf das Ergebnis. »Unser Fußball«, sagte er, »ist dreckig und hysterisch.«
 
Doch die Fans der Newell’s Old Boys hörten nicht hin. Sie erinnerten sich an die Erfolge, die mittlerweile über 20 Jahre zurücklagen. Und sie wussten, dass Martino über kurz oder lang wieder nach Rosario musste. So war es immer. Einmal, 1991, hatte er es für ein paar Monate in Europa versucht und beim CD Teneriffa gespielt, ein anderes Mal wechselte er für eine Saison zum CA Lanús. Nichts war von Dauer, stets kehrte Martino irgendwann nach Hause zurück, nach Rosario.
 
Beinahe täglich standen sie also vor seiner Tür und baten ihn, den damals darbenden Klub vor dem Abgrund zu retten. Martino sagte zu. Ein Jahr später, 2013, feierte er mit den Old Boys die argentinische Meisterschaft.

Das Lob von Lionel Messi
 
Dann kam der Anruf von Zubizarreta. Martino wird nicht lange überlegt haben. Er trifft dort auf einer der besten Mannschaften der Welt und auf einen weiteren Spieler, der ihn an seine Vergangenheit bei Newell’s Old Boy erinnert: Lionel Messi, ebenfalls in Rosario aufgewachsen und ehemaliger Spieler bei den Newell’s Old Boys. Der Weltfußballer hatte sich bereits im Dezember 2011 voll des Lobes für Martino geäußert: »Ein großartiger Trainer!«
 
Überraschend ist das alles nicht. Die letzten Trainer des FC Barcelona hatten allesamt keine große Coaching-Vita, Frank Rijkaard kam von Sparta Rotterdam, Pep Guardiola von Barcelonas B-Elf und Tito Vilanova vom FC Palafrugell. Nun also der Mann aus Rosario, Gerard Martino.
 
Sie alle verbindet eine gemeinsame Idee des Fußballs und ein Satz des Lehrmeisters Bielsa: »Wenn Fußball von Robotern gespielt würde, würde mein Team immer gewinnen.« Wenn es so ist, bereitet vor allem eine Sache Sorge: Das heutige Aufeinandertreffen zwischen den Maschinen-Spielern des FC Barcelona und des FC Bayern könnte zum längsten Spiel aller Zeiten werden.