Geht Ronaldinho unter die Rechtspopulisten?

Rechtsaußen

Ronaldinho will anscheinend in die Politik. Dumm nur: Sein politischer Ziehvater ist ein rassistischer, frauenfeindlicher, homophober Widerling. 

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Es gibt so Meldungen, von denen hofft man inständig, dass sie nicht stimmen. Diese ist eine davon. 

Sie handelt von Ronaldinho, diesem großen, großartigen Fußballer, der über eine Dekade lang das Publikum mit seiner Spiel- und Lebensfreude unterhalten hat. Und sie handelt von Jair Messias Bolsonaro, einem, entschuldigung, wirklich blöden Arschloch. 

Bolsonaro ist Kongressabgeordenter in Rio de Janeiro und einer der extremsten und widerlichsten Auswüchse des weltweit grassierenden Rechtspopulismus. Frauen, Schwarze, Flüchtlinge, Homosexuelle: Es scheint fast egal, in welche Richtung Bolsonaro seinen Menschenhass speit. Es sei ihm lieber, dass sein Kind bei einem Unfall stirbt als dass es sich als homosexuell outet, sagte Bolsonaro einmal dem »Playboy«. Sowieso, Homosexualität lasse sich auch mit einer Tracht Prügel austreiben. Ausgeschlossen sei auch, dass sich einer seiner Söhne in eine afrobrasilianische Frau verliebe. Schließlich, so Bolsonaro, seien seine Kinder gut erzogen.

»Der hasserfüllteste Funktionär der Welt« 

Als über die Amtsenthebung der Ex-Präsidentin Dilma Rousseff abgestimmt wurde, lobpreiste Bolsonaro den ehemaligen Oberst, der das Foltergefängnis verantwortete, in dem Rousseff einst gefoltert worden war. Außerdem wünscht sich dieser Mann die Todesstrafe und eine Militärregierung. Der US-Journalist Glenn Greenwald, der durch die Snowden-Leaks weltweite Berühmtheit erlangte, bezeichnete Bolsonaro als den »den frauenfeindlichsten, hasserfülltesten gewählten Funktionär der demokratischen Welt«.

Umso überraschender, dass nun gemeldet wird, Ronaldinho wolle für eine rechtsextreme Partei kandidieren und sich im Bundesstaat Minas Gerais im kommenden Oktober als Senator aufstellen lassen. Der einstige Star des FC Barcelona, von Paris St. Germain und des AC Mailand sei angetan von den Ideen Bolsanaros. Voraussetzung für eine Kandidatur sei allerdings die Wahl Bolsonaros im März zum Vorsitzenden der Patriotischen Partei.

Was zieht Ronaldinho zu den Rechtsradikalen?

Ronaldinho hat sein ganzes Leben lang Fußball gespielt, mit Menschen aus allen Nationen, auf jedem Kontinent der Welt, wird auf dem gesamten Globus verehrt und geliebt. Fußball ist gelebte Toleranz und Weltoffenheit, in den letzten fünfzehn Jahren war Ronaldinho stets dessen lachendes Gesicht. Bleibt die Frage, was jemanden wie ihn auf die Seite der Rassisten und Rechtsradikalen verschlagen hat. Und die Hoffnung, dass sich diese Meldung vielleicht als falsch herausstellt.