Geheimfavorit Villarreal CF

In a yellow Submarine

Nicht Real Madrid steht im Viertelfinale der Champions League. Sondern Villarreal CF. Wer sind eigentlich diese Spanier, die es schon zum zweiten Mal seit 2006 unter die besten acht Mannschaften Europas geschafft haben? Geheimfavorit Villarreal CFImago Villarreal ist eine kleine, ostspanische Stadt in der Nähe von Valencia mit gerade mal knapp 50 000 Einwohnern. Das Aushängeschild der Kleinstadt, deren wichtigster Wirtschaftszweig der Bau von Keramikfliesen ist? Natürlich ihr Fußballverein Villarreal CF.

[ad]

Vor 20 Jahren kickte Villarreal noch bedeutungslos in der vierten Liga Spaniens, und erst vor zehn Jahren gelang zum ersten Mal der Aufstieg in die Primiera Division. Im Jahr 2000 stiegen die »Submarinos« zum zweiten Mal auf und schafften es, sich ohne große Namen in Spaniens höchster Spielklasse zu etablieren. Ihren Spitznamen verdanken sie übrigens dem Beatles Song »Yellow Submarine«, in Anlehung daran, dass sie zu Hause komplett in Gelb auflaufen.

Mit Pelligrini kam der Erfolg

Ein bedeutendes Jahr in der Clubgeschichte war 2004: Mit dem Erreichen des Uefa-Cup-Halbfinals machten sie erstmals international auf sich aufmerksam, und mit Manuel Pelligrini wurde ein neuer Trainer verpflichtet, der den Club entscheidend prägen und weiterentwickeln sollte. Der Chilene war bis dahin nur in Südamerika aktiv und holte unter anderem mit River Plate die argentinische Meisterschaft. Der Wechsel nach Europa und dann auch noch zu Villarreal verblüffte die Fachwelt. Seine besonderen Beziehungen nach Südamerika nutzte er für seinen neuen Verein und lotste zahlreiche Talente und formschwache Topspieler in die spanische Provinz. Ein Konzept, dass es dem Verein ermöglicht, auch ohne die ganz großen finanziellen Mittel Spaniens Liga aufzumischen. Aus Manchester holte er den erfolglosen Diego Forlán, der bei den »Submarinos« grandios aufdrehte. Gleich in seiner ersten Saison schoss er sensationelle 25 Tore, wurde Torschützenkönig und führte sein Team auf den dritten Platz der Primiera Division.

Die prominenteste Neuverpflichtung Pelligrinis: Juan Román Riquelme. Dieser war es auch, der im Champions League Halbfinale 2006, das Villarreal nach Siegen gegen Celtic Glasgow und Inter Mailand völlig überraschend erreichte, per Elfmeter am  damaligen Arsenalkeeper Jens Lehmann scheiterte. Dies Spiel endete torlos und Arsenal zog aufgrund des 1:0 Hinspielerfolgs ins Finale ein. Der Stachel sitzt immer noch tief, zu gerne wäre das Team aus der Kleinstadt im Finale auf den großen FC Barcelona getroffen.

Die Auslosung zum Viertelfinale 2008/09 hätte es deshalb nicht besser treffen können. Riquelme hat das Team mittlerweile verlassen, Forlán ebenso, dennoch brennt der momentane Tabellenvierte Spaniens auf die große Revanche, wenn er heute Abend im El Madrigal, vor 23 000 frenetischen Zuschauern, erneut auf Arsenal London trifft. Weitere Brisanz bekommt das Duell durch Villarreals Spielmacher Robert Pires. Der Franzose, der lange Zeit bei Arsenal kickte, will seinem Landsmann Arsène Wenger unbedingt beweisen, dass er noch lange nicht zu alt für große Erfolge in der Champions League ist. Villarreal wird heute Abend mal wieder Außenseiter sein, denn Pires, Senna und Nihat sind die einzigen hierzulande bekannten Spielernamen, die der Kader vorweisen kann.

Macht aber nichts, denn sie haben hinlänglich bewiesen, dass sie aber mit dieser Rolle hervorragend umgehen können.