Fußballfans verbrüdern sich im Kampf gegen RB Leipzig

Am Ende singen alle dasselbe Lied

Im Spiel selber beschränken sich die 1000 Fans auf die Klassiker des Anti-RedBull-Gesangs. Für die ganz große Kreativität – wie etwa beim Ligaspiel von RB bei Jena, als Jenaer Ordner Zaunfahnen mit RB-Schmäh vor der Leipziger Kurve installierten – fehlt es an der Organisation. Der Block ist zwar der Kleidung nach zu urteilen einheitlich schwarz, doch die Vereinsfarben sind zu bunt für konzertierte Aktionen oder Schlachtrufe.

Nach dem späten Treffer zum 2:0-Endstand von RB Leipzig versuchen sich einige der Protestler an einem Sturm der Leipziger Haupttribüne, brechen aber abrupt ab, als ihnen wohl bewusst wird, dass sie an diesem Tag gar nicht für den eigenen Verein kämpfen. Die fünfzig Lotter Fans sind vollkommen unverdächtig, dabei mitzumachen.

Lottes Trainer: »Solche Chaoten braucht kein Mensch«

Genauso wenig wird ihnen unterstellt, zwei Böller gezündet zu haben, die direkt neben zwei Balljungen detonieren und für einen nächtlichen Aufenthalt der beiden Jugendlichen im Krankenhaus sorgen. So war sich auch Lottes Trainer Maik Walpurgis am Ende gar nicht mehr sicher, ob er den zusätzlichen Support jetzt eigentlich gut finden sollte: »Solche Chaoten braucht jedenfalls kein Mensch.«

Und sollten die Traditionsvereinsfans das Ziel gehabt haben, Sympathien für ihre Protestaktion zu gewinnen, muss man das zumindest im Stadion als gescheitert bezeichnen. Am Ende sangen jedenfalls auch die fast 30.000 Zuschauer, die zu RB hielten: »Und ihr macht unsern Sport kaputt.«