Fußballer gibt sich als Chelsea-Profi aus – vier Jahre Haft

Hat Torres auch einen Doppelgänger

Der Vorwurf lautet: schwerer Betrug in zwölf Fällen. Vielleicht sogar mehr. Denn der gescheiterte Fußballer Abalimba hat sich monatelang als der erfolgreiche Fußballer Gael Kakuta ausgegeben. Als Profi vom FC Chelsea, als Mann mit einem gut gefüllten Bankkonto und einer geringen, aber immerhin vorhandenen Prominenz. Abalimba hat dabei nicht nur seine Ähnlichkeit mit dem Landsmann schamlos ausgenutzt, sondern auch die Naivität von Luxus-Etablissements, die sich offenbar regelmäßig vom Bling-Bling eines vermeintlichen Chelsea-Spielers blenden ließen.

»Mein Geld ist in der Limo!«

Abalimba hatte dabei eine simple, aber doch recht ausgefeilte Taktik: Exklusive Clubs und Restaurant informierte er vorab über den baldigen Besuch eines Fußball-VIPs – indem er sich einfach als Berater seines eigenen gefälschten Ichs ausgab. Dann machte er vor Ort standesgemäß auf dicke Hose und prellte die Gastgeber mit dem Hinweis: »Mein Portemonnaie habe ich in der Limo liegen gelassen!« Man möchte meinen, dass erfahrene Club-Bedienstete auf solchen Humbug nicht reinfallen, doch für VIPs gelten eben andere Gesetze.

Champagner für viele tausend Euro, Übernachtungen in Luxushotels, Fahrten durch das nächtliche London in der angemieteten Bentley-Limousine, Hubschrauber-Flüge mit fünf Damen als Begleitung – man kann Medi Abalimba zumindest nicht vorwerfen, er habe seinen Betrug nicht voll ausgekostet. Häufig reichte der Hinweis auf Gael Kakuta bzw. den FC Chelsea, für alle anderen Fälle hatte Abalimba noch geklaute Kreditkarten in der Reserve. Insgesamt beläuft sich der Schäden auf 163.000 Pfund.

Englischer Humor

Gael Kakuta alias Medi Abalimba drohen nun vier Jahre Haft. Was dann auch das endgültige Ende seiner Fußball-Karriere bedeuten würde. In England hat man mit landestypischen Humor auf diesen Vorfall reagiert. »Bleibt jetzt nur die Frage«, textete ein Blog, »wann endlich rauskommt, wer sich in den vergangenen drei Jahren beim FC Chelsea als der angebliche Super-Stürmer Fernando Torres ausgegeben hat.«