Fußball

Der Neue

Johan Micoud war gestern, heute ist Diego – nach nur zwei Bundesligaspielen, aber auch einem Tor, vier Vorlagen und mehr als einem halben Dutzend spektakulärer Tricks hat der erst 21 Jahre alte Brasilianer seinen französischen Vorgänger im Mittelfeld von Werder Bremen passgenau ersetzt. Imago Beim 2:1 (1:1)-Sieg des deutschen Vize-Meisters gegen Bayer Leverkusen feierten 39.600 Zuschauer den 1,74 m kleinen Dribbler lautstark. Schon in den Tagen vor dem ersten Bundesliga-Heimspiel für den Südamerikaner nahm das öffentliche Interesse an Diego in der sonst so beschaulichen Hansestadt derart zu, dass es Werder-Sportdirektor Klaus Allofs fast schon zu viel wurde: „Dass er so hochgejubelt wird, passt mir gar nicht. Da wird immer vergessen, dass er ohne die Mannschaft solche Leistungen nicht bringen könnte.“

Dabei gibt es bislang keine Anzeichen, dass die grün-weiße Euphorie dem vom FC Porto an die Weser gewechselten Diego zu Kopf steigen könnte. „Es liegt noch ein langer Weg vor mir, ich muss über längere Zeit konstant auf diesem hohen Niveau spielen“, sagte der Spielmacher artig. Sollte er dieses Vorhaben in die Tat umsetzen, könnte Diego bald auch wieder ein Kandidat für die brasilianische Nationalmannschaft sein, für die er bereits 14 Spiele bestritt, dann aber keine Berücksichtigung mehr fand, nachdem er seinen Stammplatz in Porto verloren hatte. Diego: „Nach dem schlechten Abschneiden Brasiliens bei der WM wird es einen Neuanfang geben, dafür möchte ich mich in Bremen empfehlen.“