Fußball

Assauer: Zeit abgelaufen

Mit diesem Schritt war zu rechnen. Auch wenn Schalkes Manager Rudi Assauer seinen Machtverlust bei den Königsblauen lange hartnäckig geleugnet hatte, gab er jetzt seinen Rücktritt aus dem operativen Geschäft bekannt - der soll allerdings erst 2008 erfolgen. Imago Lange hat Rudi Assauer mit sich gerungen, letztlich jedoch scheint er sich den neuen Machtverhältnissen auf Schalke zu fügen. Nachdem seine Politik und auch seine Postition in den letzten Wochen mehrfach angegriffen wurde, kündigte der Manager nun seinen Rückzug aus dem operativen Geschäft an. Zwar übernimmt Assauer im Sommer das Präsidentenamt bei den Gelsenkirchenern, hatte aber stets betont, sich auch weiterhin aktiv an sportlichen Entscheidungen beteiligen zu wollen. Das aber überlässt Assauer in Zukunft wohl einzig seinem Nachfolger Andreas Müller: "Ich habe mir Gedanken gemacht und glaube, dass ich 2008 aus diesem Amt ausscheiden werde", bestätigte der 61-Jährige am Montag auf der Pressekonferenz vor dem UEFA-Pokal-Spiel gegen Espanyol Barcelona einen Bericht der Bild-Zeitung, in dem Assauer angeblich "im kleinen Kreis" Überlegungen in diese Richtung geäußert hatte. Dabei stört es den Manager nicht, dass wie schon bei der Demission von Trainer Ralf Rangnick Details dieses Gesprächs in die Öffentlichkeit gelangt sind: "Es ist nicht im kleinen Kreis geblieben, sondern unter vier Augen. Dass es nun in der Zeitung steht, sehe ich nicht als negativ an. Nach Ablauf der letzten Wochen ist es ein normaler Vorgang." Assauers Abschied aus dem Manageramt nahm im Januar seinen Anfang, als Schalkes Aufsichtsratsvorsitzender Clemens Tönnies ihn zum 1. August 2006 zum Nachfolger von Präsident Rehberg machte und damit auch den Weg für den neuen Manager Müller freiräumte. Zwar wiegelt Assauer noch immer ab, scheint sich jedoch mit der Endgültigkeit der neuen Ämterverteilung bei den Knappen abgefunden zu haben: "Das ist noch nicht festgezurrt oder mit dem Schraubenzieher festgedreht. Aber es wäre an der Zeit, mit dann 63 oder 64 Jahren die Geschäfte laufen zu lassen. Es ist ja ein würdiger Nachfolger gefunden worden", sagte Assauer und fügte hinzu: "Nach 30 Jahren im Profigeschäft ist es Zeit, einen Schlussstrich zu ziehen. Und die Zeit, die ich mit Schalke erlebt habe, war hart, besonders am Anfang. Das hat geschlaucht, in den ersten sieben, acht Jahren hatte ich nicht einen Tag Urlaub." 1993 hatte Assauer Schalke in wirtschaftlich schwierigen Zeiten zum zweiten Mal als Manager übernommen und den Verein bis heute an die Spitze der Bundesliga geführt. Die 2001 eröffnete und 190 Millionen Euro teure Arena gilt als Assauers Meisterstück. Assauers Vertrag bei den Knappen läuft noch bis zum 30. September 2008. "Ich werde auch dann weiterhin auf Schalke gehen, aber nicht mehr im operativen Geschäft mitwirken. Das hat nichts mit meinem Amt als Präsident zu tun", erklärte Assauer. Auch die Kritik der letzten Monate, als der Verein wegen schlechter Außendarstellung und insbesondere Assauer wegen angeblicher Alkoholprobleme öffentlich geohrfeigt wurde, mag der 61-Jährige nicht als Grund für seinen Entschluss anführen. "Das hat damit nichts zu tun, sondern ist eine rein logische Entscheidung, mal die Bremse zu ziehen."