Fußball

Köln: Latour neuer Coach

Der 1. FC Köln entwickelt ein Faible für Trainer aus der Schweiz: In Person des 58-jährigen Hanspeter Latour verpflichten die Domstädter nach Marcel Koller, der Köln 2003/2004 trainiert hatte, erneut einen Übungsleiter aus Heidis Heimat. Latour betreute zuletzt die Grasshoppers. Imago Das Bundesliga-Gründungsmitglied verpflichtete den neuen Chetrainer nach übereinstimmenden Medienberichten aus Deutschland und der Schweiz 15 Tage nach der Entlassung von Uwe Rapolder und 24 Stunden nach dem offiziellen Trainingsauftakt am Montag. Wegen seines Engagements an der Seitenlinie ist der Coach in seiner Heimat als `Vulkan´ bekannt. International allerdings ist Latour ein weitgehend unbeschriebenes Blatt und trainierte zuletzt den 27-maligen Schweizer Rekordmeister Grasshopper Zürich, derzeit Tabellendritter der Super League. Latour sollte am Dienstagmittag offiziell bei den Rheinländern vorgestellt werden, nachdem die Grasshoppers auf ihrer Internetseite bereits den Wechsel ihres bisherigen Coaches ins Rheinland verkündet hatten.

Latours Landsmann Marcel Koller war am 2. November 2003 als Nachfolger von Friedhelm Funkel verpflichtet worden. Damals stand der 1. FC Köln nach einer 1:2-Niederlage gegen Hannover 96 am 11. Spieltag mit nur 7 Punkten auf dem 16. Tabellenplatz. Koller hatte den dritten Bundesliga-Abstieg mit nur vier Siegen in 23 Spielen nicht verhindern können und wurde am 14. Juni 2004 entlassen. Es war die erste Amtshandlung des damaligen neuen Präsidenten Wolfgang Overath. Latour übernimmt die Mannschaft ebenfalls auf dem 16. Tabellenplatz, hat aber nur 17 Spiele zur Verfügung, um den erneuten Absturz zu verhindern.

Der dreimalige deutsche Meister und Doublegewinner von 1978 brachte damit noch gerade rechtzeitig die wichtigste Personalie nach der Benennung des neuen Managers Michael Meier, der am 21. Dezember 2005 als Nachfolger des im Anschluss an die 2:3-Pleite des FC bei Arminia Bielefeld zurückgetretenen Andreas Rettig vorgestellt wurde, unter Dach und Fach. Am Montag hatte Co-Trainer Michael Geiger die erste Einheit nach der Winterpause geleitet und die Mannschaft auch beim Hallenturnier in der Köln-Arena betreut. Bis zum Rückrunden-Auftakt am 28. Januar bleiben dem neuen Mann noch genau 25 Tage Vorbereitungszeit, bereits im Anschluss an die offizielle Vorstellung sollte das Team erstmals mit dem neuen `Chef´ arbeiten.

Latour dürfte als `kleine Lösung´ betrachtet werden, nachdem prominente Kandidaten wie Matthias Sammer, Klaus Toppmöller, Ralf Rangnick und der Österreicher Walter Schachner gehandelt worden waren. Der zweite Eidgenosse auf der Trainerbank in der Domstadt hat in der Alpenrepublik aber einen respektablen Ruf. Latour gilt als großer Motivator und als Vater des rasanten Aufstiegs des Provinzklubs FC Thun. Der Vizemeister, der von Latour zwischen 2001 und 2004 trainiert wurde, qualifizierte sich 2005 für die Champions League, belegte dort in der Gruppe B hinter dem FC Arsenal und Ajax Amsterdam den dritten Platz und trifft im UEFA-Cup nun auf den Hamburger SV. Zudem arbeitete der zweifache Familienvater mehrere Jahre als Assistent von Christian Gross beim Schweizer Champion FC Basel. Grasshopper Zürich, zuletzt 2003 Schweizer Meister, landete unter Latour auf dem dritten Rang hinter Basel und Thun.
25 DVDs

25 DVDs

Die Würde des Balles