Fußball

Streit : Meier

Immer schön, wenn Fußball zur Nebensache wird. Die Tatsache, dass der arme Herr Meier nach der üblen Attacke durch Albert Streit zu Boden sackt, ist ja nachvollziehbar. Aber: Warum hat Meier einen Cut unter dem Auge, wenn Streit (siehe Foto) ihn doch so böse an der Stirn trifft? Imago Norbert Meier hat in der Nachholpartie Duisburg-Köln schauspielerische Qualitäten an den Tag gelegt, die ihresgleichen suchen. Sein Niedersacken nach dem eigenen Kopfstoß erinnert an die großen tragischen Figuren des Theaters. Geradezu genialisch aber wird die Leistung Meiers durch die Verletzungen, die er scheinbar davongetragen hat. Duisburgs Präsident Hellmich will Meier "blutverschmiert" gesehen haben. Tatsächlich hat der Coach eine Wunde unter dem Auge. Was wohl bedeutet, dass er sich im Fallen ungesehen von allen Kameras noch rasiert und dabei geschnitten haben muss. Oder Albert Streits Nase (siehe Foto) ist von solch beeindruckender Härte, dass sie sich in Meiers Wange bohrte. Und diese mit krachender Schärfe aufriss wie einst der Eisberg den Rumpf der Titanic. Die ist daraufhin ja auch schnell gesunken.

Die Titanic allerdings kann nicht sprechen. Meier schon. "Der Spieler Streit ist auf mich zugekommen und hat mich mit einigen derben Worten beleidigt. Wir standen Kopf an Kopf. Dann bin ich hingefallen. Von einer Kopfnuss von meiner Seite aus kann keine Rede sein. Ich rechne nicht mit einer Sperre. Ein Spieler darf sich vor einem Trainer nicht so aufbauen", erklärte der Trainer. Kölns Coach Uwe Rapolder hielt dagegen: "Man kann in der Hektik mal die Nerven verlieren, aber sich hinfallen zu lassen, war nicht korrekt. Er schlüpft hier von der Täter- in die Opferrolle." Erst am Nachmittag wurde Kölns umstrittener Verteidiger Alpay vom Kontrollausschuss des DFB wegen seines Ellenbogen-Stoßes gegen Guy Demel beim 1:3 beim Hamburger SV am vergangenen Samstag für vier Spiele gesperrt. Damit wird der DFB im Zusammenhang mit einem Köln-Spiel wieder auf den Plan gerufen. "Die Aktion ging von Meier aus. Es kann nicht sein, dass Albert Streit, der nichts gemacht hat, gesperrt wird", sagte Kölns aufgebrachter Manager Andreas Rettig. Nachdem er die TV-Bilder gesehen hatte, stürzte Rettig von der Tribüne auf den Platz.