Fußball

FCK: Schluss mit Sforza

Für Ciriaco Sforza hat sich das Kapitel Kaiserslautern in der Bundesliga erledigt. Die Roten Teufel trennten sich am Dienstag von dem 35jährigen ehemaligen Schweizer Nationalspieler. Grund für das überraschende Finale ist ein Zerwürfnis zwischen Sforza und Coach Michael Henke. Diese bereits mehrfach geschlossene Ehe ist wohl endgültig geschieden. Mit der vorzeitigen Trennung findet das dritte Gastspiel von Ciriaco Sforza beim 1. FC Kaiserslautern (1993-1995, 1997-2000 und seit 2002) ein unrühmliches Ende: Nach einem Zerwürfnis zwischen dem früheren Schweizer Nationalspieler und Trainer Michael Henke hat sich der FCK am Dienstag mit sofortiger Wirkung von Sforza getrennt. Die formale Ausdrucksweise, die Henke zur Erläuterung der Vorfälle nutzt, lässt mächtig Feuer unterm Dach des Betzenbergs vermuten: "Nach einer anfangs sehr konstruktiven Zusammenarbeit mit Ciriaco Sforza hat er in letzter Zeit leider eine Vorgehensweise gewählt, durch die das Funktionieren einer Fußball-Mannschaft unterlaufen wird, und die von mir als Trainer in keiner Weise akzeptiert werden kann."

Eigentliche Ursache für den Abschied Sforzas vom Betzenberg war ein Gespräch zwischen dem Routinier und seinem Landsmann Jäggi am Freitagabend vor dem Punktspiel gegen Borussia Dortmund (3:3). Dabei kritisierte der Mittelfeldspieler, der gegen Dortmund noch auflief, die sportliche Leitung. Diese Position bekräftigte Sforza, der in 199 Bundesligaspielen 19 Tore für den FCK erzielte und 1998 die sensationelle Meisterschaft mit dem damaligen Aufsteiger feiern konnte, auch am Montag im Beisein von Henke. Jäggi und Marschall stellten sich allerdings auf die Seite des 48 Jahre alten Trainers, der zu Saisonbeginn seinen ersten Job als verantwortlicher Coach in Lautern angetreten hat. `Grundsätzlich bedauere ich es, dass ein so verdienter Spieler den Verein verlässt. Persönlich wünsche ich ihm alles Gute. In dieser Situation blieb dem FCK aber keine andere Alternative, um ein qualifiziertes und vertrauensvolles Zusammenarbeiten für Trainer Michael Henke zu gewährleisten und die verantwortliche Tätigkeit des Chef-Trainers in keiner Weise in Frage stellen zulassen´, begründete Jäggi den Schritt des Vereins.

Sforza hingegen sieht die Sache ein bisschen anders. "Ich habe am vergangenen Freitag sowie an diesem Montag intern auf einige Missstände hingewiesen, die nach meiner Meinung die sportliche Weiterentwicklung der Mannschaft behindern. Als verantwortungsbewusster Angestellter habe ich es als meine Pflicht angesehen, konstruktive und aus meiner Sicht notwendige Kritik zu äußern, um gemeinsam auf sportliche Erfolge hinzuarbeiten.", so der Schweizer, der darüber hinaus betont, er habe seine Meinung bewusst nicht öffentlich, sondern gemäß einer Vereinsweisung nur innerhalb des Klubs kundgetan. Von einer Trennung im rechtlichen Sinne will der Profi nichts wissen: "Mein Vertrag beim FCK läuft bis zum 30.6.2006. Es gibt bislang keine Entscheidung darüber, ob wir getrennte Wege gehen. Ich habe weder einen Auflösungsvertrag unterzeichnet noch sind Modalitäten hierzu verhandelt worden."