Fünf Spielertypen in der 2. Liga

56 Mal auf's Maul

Holt das Piratenschiff! Die zweite Bundesliga ist eine Schatzkiste der menschlichen Schönheit. Ihre Diamanten: fleißig-kämpfende Fußballspieler. Wir präsentieren fünf verschiedene auf Hochglanz polierte Edeljuwele und Ihre Rolle im Verein.

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Der Kapitän: Felix Kroos
Lange sah es gut aus. Doch auf der Pole Position versagten die Kräfte. Union Berlin scheiterte knapp am Aufstieg. Die Saisonanalyse ist schnell abgeschlossen. Für Felix Kroos lag es an »Kleinigkeiten«. Beweisstück A: mangelnde Erfahrung im Aufstiegsrennen. 

Nach der vergangenen Saison sollte der Horizont nun deutlich erweitert sein. Doch die Liga ist kein Lehrerzimmer. „Das müssen wir uns hart erarbeiten“, sagt Kroos. Und Kroos kann arbeiten.

Der ehemalige Bremer ist Kapitän und Mittelfeldmotor der Berliner. Technik trifft auf Spielübersicht mit tendenziellem laissez-faire Verhalten. Doch Jens Keller zählt auf den Anführer. Aufstieg nicht unrealistisch. Vielleicht reicht Kroos' Erfahrung alleine schon aus.

Der Unterschätzte: Marc Schnatterer
Prost! Marc Schnatterer stößt gelegentlich mit den Fans auf einen Sieg an, in Heidenheim nach wie vor möglich. Denn der Verein bleibt eine kuschlig, mucklige Familie.

Schnatterer ist seit der Regionalliga im Klub. Zwei Aufstiege und 303 Spiele später ist er nicht mehr wegzudenken. Der »Wohlfühlfußballer« ist Heidenheims Identifikationsfigur und Leistungsträger. Letzte Saison war der Linksaußen unangefochtener Top-Torschütze. Seine Bilanz: 11 Tore und 14 Vorlagen in 34 Spielen. 

Trainer Frank Schmidt hat den Klub häppchenweise konkurrenzfähig gemacht. In der Hinrunde schnupperten die Schwaben sogar an den Aufstiegsplätzen. Das Potential ist also vorhanden. Und sollte es mal nicht ganz reichen, gibt es ja noch immer Marc Schnatterer.

Ein ausführliches Interview mit dem Totti von der Schwäbischen Alb gibt es übrigens in der aktuellen 11FREUNDE #189.

Das Talent: Gökhan Gül
Ein ereignisreicher Sommer liegt hinter Gökhan Gül. Während Gleichaltrige ihre Fidget Spinner kreiseln ließen, setzte der 19-Jährige in Georgien zur Blutgrätsche an. Grund: Gül gehörte zum EM-Kader der U19-Nationalmannschaft.

U19-Trainer Frank Kramer schätzt die Qualitäten des Innenverteidigers. Er besticht durch seine bissige Zweikampfführung. Prompt machte er ihn zum Kapitän. Beim VfL Bochum hingegen hatte er seine Schwierigkeiten. Daher folgte im vergangenen Winter der Wechsel zu Fortuna Düsseldorf.

Nach einem halben Jahr Eingewöhnungszeit steigen nun seine Chancen auf regelmäßige Einsatzzeiten. Zwischenzeitliche Spielminuten bei der Reserve sind wohl unvermeidlich. Dennoch könnte sich der bullige Verteidiger zu einem der größten Talente der 2. Liga entwickeln.

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