Fünf Nationalteams für Ralf Rangnick

Ralle rückwärts

Ralf Rangnick hat sich als Nationaltrainer ins Gespräch gebracht. Da Jogi Löw bestimmt bald bis zur EM 2032 verlängert, muss Rangnick vielleicht erst ein paar Schritte zurück zu einem kleineren Verband machen. Wir präsentieren fünf Kandidaten mit guten Voraussetzungen.

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Kirgisistan
Wichtig bei der Jobsuche ist zuerst das Selbstbild. Rangnick betonte im Interview mit der »Thüringer Allgemeinen«, dass er sich links der Mitte sieht. Zur Linken des Reichs der Mitte drängt sich dabei die Republik Kirgisistan auf. So wie der aktuelle Übungsleiter Aleksandr Krestinin das kirgisische Nationaltraineramt ausübt, ist es geradezu auf Rangnick zugeschnitten. Denn neben seinen Verpflichtungen als Coach der zentralasiatischen Republik, trainiert Krestinin auch den kirgisischen Erstligisten Dordoi Bishek. Für die personifizierte Personalunion aus Backnang genau das Richtige.

Ungarn
Nicht zu vernachlässigen ist auch ein gutes Netzwerk. Ein solches wurde dem Baden-Württemberger mit Blick auf mögliche Nationaltrainerposten schon in die Wiege gelegt. Rangnicks Geburtsstadt unterhält strategisch wichtige Beziehungen zu mehreren Ländern. Unter Anderem darf man sich Partnerstadt der ungarischen Ortschaft Bácsalmás nennen. Mit Connections in der ungarischen Tiefebene kann es als Magyarentrainer hoch hinaus gehen.

USA
Nationaltrainer, die Großes leisten, verdienen Denkmäler. Nach der griechischen EM-Sensation 2004 kündigte beispielsweise der Hamburger Gastronom Dimitri Tzachristos an, sein Lokal in »Rehakles« umzubenennen. Für Ralf Rangnick kann sich das mit der Wahl der richtigen Nation bald schon in ganz anderen Dimensionen abspielen. In den Staaten hat man, wohl in der Hoffnung bald mit Ralf Rangnick als Nationalcoach in neue Sphären vorzustoßen, vorsorglich schon zehn Städte nach ihm benannt. Auf den Umstand, dass alle zehn falsch geschrieben sind (»Ralph«), wird der gelernte Schulpädagoge sicher hinweisen.

Grönland
Fans brauchen Ikonen, die sie feiern können. In Grönland ist die Partyinfrastruktur zur Huldigung ihres zukünftigen Nationaltrainers bereits gegeben. Denn immer, wenn Ralf Rangnick ob seines Namenstages am 21. Juni in Feierlaune gerät, ist in Grönland praktischerweise auch Nationalfeiertag.

Neuseeland
Zuletzt müssen Nationaltrainer stets Identifikationsfiguren sein. Dabei kann es nicht ausreichen, nur mit den Menschen des Arbeitgeberlandes Berührungspunkte zu haben. Auch Verbindungen zu Flora und Fauna sind gern gesehen. In dieser Hinsicht bietet Neuseeland gute Vorraussetzungen, denn dort ist der Vogel Wekaralle heimisch. Er gehört zur Familie der Rallen und zur Gattung Gallirallus. Ralf Rangnick nicht nach Neuseeland zu holen, wäre unpatriotisch.